Kolumne

Schlüsselfeld – Kleinod im Drei-Franken-Eck!

Von: Ingrid Neufeld

Kaiser Ludwig IV., der Bayer verlieh 1336 seinem Kampfgefährten Konrad von Schlüsselberg für dessen Dorf „Slüzzelfeld“ dieselben  Privilegien, wie sie auch Nürnberg besaß. Nach einer wechselvollen Geschichte und der Zerstörung und Wiederaufbau im Dreißigjährigen Krieg, erlebte Schlüsselfeld ab 1650 eine Blütezeit als östlichstes Würzburgisches Oberamt.

Das mittelalterliche Stadttor von Schlüsselfeld – Foto: Settembrini

In neuerer Zeit begünstigte der Autobahnausbau eine positive Entwicklung. Die mittelalterliche Vergangenheit bietet noch heute dem Touristen ein sehenswertes Ambiente. Für Touristen ist diese Stadt ohnehin ein attraktives Ziel, liegt sie doch mitten im Drei-Franken-Eck und hat  den Naturpark Steigerwald direkt vor der Haustür.

Wie es sich für eine mittelalterliche Stadt gehört, finden Touristen auch hier ein Stadttor aus dem 15. Jahrhundert, das damals zur Befestigungsanlage gehörte und bis ungefähr 1960 bewohnt war. Im Zentrum steht seit dem 14. Jahrhundert die Pfarrkirche Johannes des Täufers, in deren Inneren kunsthistorische Schätze zu bestaunen sind. So verbirgt sich dort ein Rokokotabernakel  von Peter Wagner. Die Kirche wurde erst 1994 generalsaniert und besticht durch ihre gotische Schlichtheit.

Der Petrusbrunnen in der Innenstadt – Foto: Settembrini

Wer sich mehr für barocke Baukunst interessiert, kommt mit der Marienkirche voll auf seine Kosten. Er findet sie an der westlichen Stadtmauer. Diese Kirche ist der Jungfrau „Maria, Helferin der Christen“, geweiht. Wem der berühmte Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark in Österreich ein Begriff ist, wird sich sehr gerne diese Kirche anschauen, denn sie ist die originalgetreue Kopie dieser Wallfahrtskirche in Österreich und wird deshalb auch „Klein Mariazell im Steigerwald“ genannt. Wie bei barocken Kirchen üblich, besticht sie durch eine helle, lichte Bauweise, mit Stuck, Rosetten und Putten. Der Zelebrationsaltar wurde erst 1998 eingerichtet. Der Hochaltar zeigt das Gnadenbild unter einem Baldachin, der von zwölf Säulen gestützt wird.

Obwohl Schlüsselfeld weniger als 6.000 Einwohner zählt, gibt es vier katholische Kirchen und ein evangelisches Gotteshaus.

Am Marktplatz steht in der Mitte ein Brunnen aus dem 17. Jahrhundert, mit dem Abbild des Hl. Petrus mit dem Himmelsschlüssel.

Schlüsselfeld kennenzulernen lohnt sich, ob als Wanderer oder als Radfahrer, aber auch für den Durchreisenden, der hier vielleicht doch noch eine längere Rast einlegen möchte.

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