Kolumne

Schloss Luitpoldshöhe, das Jagdschloss im Spessart

Von: Karola Schmitt

Etwa 15 Jahre ungewisse Zukunft sind für Schloss Luitpoldhöhe im Spessart endgültig vorüber, denn jetzt gibt es einen neuen Schlossherren. Nachdem sich die Bayerische Schlösserverwaltung im Jahre 2007 aus mangelndem Interesse dazu entschloss, das historische Gebäude mit dem Forsthof zum Verkauf anzubieten, wechselte das Jagdschloss des Prinzregenten Luitpold von Bayern schließlich im Sommer 2011 den Besitzer. In den bis dahin leer gestandenen Räumen wohnt jetzt eine Familie. Schloss Luitpoldshöhe befindet sich somit in Privatbesitz.

Die gute alte Zeit

Schloss Luitpoldshöhe wurde einst von Prinzregent Luitpold erbaut – Foto: Maulaff

Prinzregent Luitpold von Bayern fungierte einst als Bauherr des Schlosses, das sich inmitten des Spessarts befindet, umringt von Eichen, Buchen und Tannen. Als Nachfolger des Märchenkönigs Ludwig II. übernahm Prinzregent Luitpold im Jahre 1886 die Regierungsgeschäfte in Bayern. Um sich von der Verschwendungssucht seines Vorgängers klar abzuheben, fiel die Architektur samt Innenausstattung für das Schloss Luitpoldshöhe eher schlicht aus. Das Schloss war als Station für die Jagdaktivitäten des Prinzregenten gedacht. Bei seinen Besuchen im Schloss gab sich Luitpold von Bayern bewusst volksnah, schließlich galt es, das Ansehen der in Verruf gekommenen Monarchie zu retten, was ihm auch gelang. Noch heute wird seine Regentschaft mit der „guten alten Zeit“ verbunden.

Alte fränkische Baukunst

Prägnant: der typisch fränkische Fachwerkstil – Foto: Maulaff

Mit 19 Zimmern auf insgesamt 400 Quadratmetern Nutzfläche ist das Schloss Luitpoldshöhe ausgestattet. Die meisten von ihnen sind komplett mit Holz vertäfelt. Das äußere Erscheinungsbild des Jagdschlosses entspricht einem Fachwerkhaus, allerdings in erheblich größerer Ausführung, errichtet im typischen fränkischen Baustil. Das Schloss besitzt einen Erker mit spitz zulaufendem, mit Schindeln gedecktem Turm sowie einen Dachaufbau mit Glocke. Zu Zeiten Luitpolds von Bayern kündigte Glockenläuten das Eintreffen und die Abreise des Prinzregenten an. Ein Areal von 26.000 Quadratmetern gehört zum Anwesen.

Sitz des Forstamtsdirektors

Ein Highlight sind auch die Fensterläden mit dem bayerischen Rautenmuster – Foto: Maulaff

Im Jahre 1918, als die Monarchie nur noch Geschichte war, ging das herrliche Schloss an die Bayerische Forstverwaltung über, die es von 1920 bis 1996 als Wohnsitz des jeweiligen Forstamtsdirektors von Lohr nutzte. Im Jahre 1996 wurde allerdings das Forstamt Lohr aufgelöst und die Waldbezirke unter Altenbuch, Rothenbuch und Marktheidenfeld aufgeteilt. Seitdem fand sich keine neue Verwendung für das Schloss und die Räume standen leer.

Die Lage von Schloss Luitpoldshöhe

Schloss Luitpoldshöhe steht inmitten des Rohrbrunner Forstes. Die von der Entfernung her nächstgelegene Ortschaft heißt Weibersbrunn. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Autobahnraststätte „Spessart“ mit der Abfahrt Rohrbrunn. Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Frankfurt am Main und Würzburg lässt sich von der A3 aus sogar ein Blick auf Schloss Luitpoldshöhe erhaschen.

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