Kolumne

Schloss Johannisburg – das Wahrzeichen Aschaffenburgs

Von: Jan Sievert

Das wohl bekannteste, schönste und größte Wahrzeichen Aschaffenburgs ist zweifelsfrei das Schloss Johannisburg. Jahrhunderte lang diente es als Residenz der Mainzer Kurfürsten und Erzbischöfe, und wurde einst beinahe komplett zerstört.

Nachdem eine mittelalteriche Burg im Markgräflerkrieg von 1552 zerstört wurde, ließ der Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg in nur neun Jahren von Georg Ridinger ab 1604 das prächtige Schloss errichten. Von der alten Burg wurden dazu alle Reste abgetragen, und lediglich der Bergfried in den Schlossbau integriert. Erst 1618/1619, zwei Jahre nach Ridingers Tod, konnte der Bau abgeschlossen werden.

Das prächtige Schloss Johannisburg – Foto: Wladyslaw Sojka

Der Legende nach soll das Schloss nur aufgrund der Schlagfertigkeit eines Kapuzinerpaters den Dreißigjährigen Krieg überstanden haben. Der Schwedische König Gustav Adolf II. bedauerte es, dass schöne Schloss niederbrennen zu müssen, da er es nicht mit nach Schweden nehmen kann. Der Pater meinte darauf, er könne es aufgrund der unter den Fenstern eingemeißelten Mainzer Rädern (Teil des Stadtwappens) doch einfach rollen. Belustigt über diese Aussage verzichtete der König darauf, das Schloss Johannisburg zu zerstören.

Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal ließ von Emanuel Herigoyen Ende des 18. Jahrhunderts das Schloss innen klassizistisch umbauen.

Kurz vor Kriegsende des zweiten Weltkrieges, wurde es im März/April 1945 durch Bomben und Artilleriebeschuss stark beschädigt und brannte fast vollständig aus. Nach mehreren Jahren Bauzeit und einer Bausumme von 20 Millionen Mark, wurde dass Schloss 1964 wiedereröffnet. Heute enthält es mehrere Sammlungen und Museen wie die Bayerische Staatsgallerie, die weltweit größte Sammlung von aus Kork gefertigten Miniaturen, die Hofbibliothek von Aschaffenburg und viele weitere.

Sollten sie allso demnächst einmal ins “Bayerische Nizza” kommen, lassen sie sich einen Besuch im Schloss Johannisburg mit all seinen Besonderheiten und der Parkanlage nicht entgehen. Wie ein Heimatdichter mal sagte: “Die Stadt ist ihr Schloss, wer nicht drin war, war auch nicht in der Stadt.”

Kommentar hinterlassen