Kolumne

Roy Black – Ein Frauenschwarm made in Bayern

Von: Marlene Soff

Wer kennt das fröhliche Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“ nicht? Jeder, der in seiner Kindheit hin und wieder ferngesehen und dabei den ein oder anderen Film mit Roy Black gesehen hat, kann diesen Klassiker problemlos mitträllern. Als Kinderarzt Dr. Fröhlich hat sich der Frauenschwarm aus den 60er Jahren so in die Herzen unzähliger Frauen gesungen und seinem Image Tribut gezollt. Was viele Menschen dabei nicht gesehen haben, ist das Leben hinter den Scheinwerfern und vor allen Dingen das Leben hinter der lächelnden Fassade von Roy Black.

Die Guten sterben jung

Roy Black zwei Jahre vor seinem Tod – Foto: Kungfuman, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Wie bei vielen anderen großen Stars auch, war Roy Black im Privatleben ein ganz anderer Mensch, als jene Personen, die er auf der Leinwand verkörperte. So war Gerhard Höllerich, wie Roy Black mit bürgerlichem Namen hieß, zwar einerseits genau jene Person, die immer freundlich, fröhlich und zuvorkommend durchs Leben ging, auf der anderen Seite aber auch ein Mann, der sich schnell ins Gegenteil wenden konnte. Freunde und Familienangehörige beschrieben ihn oft als Egozentriker, der phasenweise auch keine Gelegenheit ausließ, seine Angehörigen lächerlich oder gar schlecht zu machen. Nichtsdestotrotz konnte er aber auch den großen Charmeur zum Vorschein bringen und ein angenehmer Zeitgenosse für seine Gesprächspartner und Mitmenschen zu sein.

Freunde und Angehörige mutmaßten, dass er im Grunde genommen einfach Probleme damit hatte, sich psychisch von seinen Rollen zu trennen und im Privatleben seine eigene Persönlichkeit zum Vorschein kommen zu lassen. Selbstverständlich ist diese Gratwanderung auf Dauer anstrengend und kann den Charakter zermürben. Doch auch an diesem Punkt wäre Roy Black nicht der erste große Star gewesen, der sich mit einem derartigen Problem herumschlagen hat müssen!

Roy Black 1971 bei einem Empfang mit dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt – Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F034157-0018 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Gestorben ist der gebürtige Schwabe wie viele andere Showgrößen vor ihm auch, in den Augen unzähliger Fans viel zu jung. Mit nur 48 Jahren hat Gerhard Höllerich am 09. Oktober 1991 die Bühne für immer verlassen, als er einsam in seiner Fischerhütte an Herzversagen starb. Zurück bleibt ein Vermächtnis, welches auf Zelluloid gebannt, noch zahlreiche Generationen erfreuen wird.

Roy Black und die Leinwand – Ein Zusammenschluss fürs Leben

Seinen Durchbruch als Sänger hatte er mit dem Lied “Ganz in Weiß”. Den Startschuss für die mehr als erfolgreiche Filmkarriere von Roy Black legte der Streifen „Paradies der flotten Sünder“ aus dem Jahr 1968. Diesem Glanzstück folgten dann Filme wie „Immer Ärger mit den Paukern“, „Hilfe, ich liebe Zwillinge“ und „Kinderarzt Dr. Fröhlich“. Bis kurz vor seinem Tod wirkte Roy Black in der bekannten und beliebten TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“ mit. Fasst man all diese Filme und die dazugehörigen Songs einmal zusammen, bleibt ein großartiger Künstler, der Zeit seines Lebens den Menschen zu mehr Freude verholfen hat!

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