Kolumne

Rieneck – denn Forstwirtschaft und Tourismus, das geht!

Von: Sebastian Herbst

Rieneck sollte eigentlich gar nicht Rieneck heißen. Zumindest war die Art, auf welche es zu seinem Namen kam, wohl eine der willkürlichsten. Denn zwar übernahm der Ort den Namen des damaligen Herren, dem Grafen von Rieneck, wie es sich gehörte – doch dieser hatte seinerseits den Namen einfach von einem ausgestorbenen Geschlecht aus dem Mittelrheinischen übernommen.

Rathaus, Schindelhaus und Pfarrkirche von Rieneck – Foto: Reise-Line

Zwar wurde Rieneck schon recht früh, nämlich im Jahr 790, erstmals urkundlich erwähnt, doch es dauerte noch über 300 Jahre, bevor die Errichtung einer Burg am Ufer der Sinn die Entwicklung einer Ansiedlung unterstützte. Heute leben hier rund 2.000 Einwohner, doch heißt das deswegen noch lange nicht, dass Rieneck unbelebt ist. Der Fremdenverkehr gehört nämlich zu einem der ausgeprägtesten Wirtschaftsfelder, wie sich schon beobachten lässt, wenn man sich einmal die Zahl der Übernachtungen ansieht. So schlagen durchschnittlich jeden Tag knapp 100 nicht-ortsansässige ihr Lager in Rieneck aus – für einen solch kleinen Ort eine beträchtliche Zahl.

Neben dem Fremdenverkehr gibt es jedoch noch einen weiteren, starken Wirtschaftszweig, der jedoch dem Tourismus eher im Weg steht: Die Forstwirtschaft. Wobei in Rieneck beide Sparten sehr gut nebeneinander existieren, während „Kahlschlag“ hier nämlich ein Fremdwort ist und man die reizenden Laubmischwälder um die Burg Rieneck herum größtenteils bestehen lässt, lotst man den Tourist geschickt an den 2.000 ha Waldflächen vorbei, die im Moment bearbeitet werden. So ist jedem gedient. Und Rieneck geht es gut.

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