Kolumne

Rex Gildo – “Sexy Rexy” und die “Fiesta Mexicana”

Von: Eranie Funderburk

Als Ludwig Franz Hirtreiter am 02. Juli 1936 in Straubing das Licht der Welt erblickte, bereiteten sich die Sportler aus aller Welt auf die Olympischen Spiele in Berlin vor. Margaret Mitchell hatte kurz zuvor ihr Werk „Vom Winde verweht“ veröffentlicht und Charlie Chaplin feierte Erfolge mit dem Film „Moderne Zeiten“. Nur wenige Jahre später begann der Zweite Weltkrieg und genau in dieser Zeit wuchs Ludwig Franz Hirtreiter auf, der später unter dem Namen Rex Gildo eine großartige Karriere als Schauspieler und Schlagersänger einschlagen sollte.

Kindheit und Jugend

Rex Gildo im Jahr 1975 – Foto: AVRO

Doch wer war Ludwig Franz Hirtreiter, alias Rex Gildo wirklich? Als fünftes Kind einer Münchener Kaufmann-Familie war er angeblich mit zehn Jahren Mitglied bei den Regensburger Domspatzen. Auch soll er in München eine Schauspielausbildung absolviert haben. Erst 2009 wurde bekannt, dass die Geschichten seiner Jugend frei erfunden und Rex Gildo nie ein Regensburger Domspatz war. Auch stimmten die Berichte über seine künstlerische Ausbildung nicht.

Das Leben als Schlagersänger und Schauspieler

Rex Gildo auf dem Cover einer seiner ersten Platten

Die Karriere als Schauspieler begann Rex Gildo als ganz einfacher Statist. Erst 1956 hatte er ein echtes Engagement als Schauspieler. Zwar war das nur eine Nebenrolle, doch immerhin war es schon ein guter Anfang. Kurze Zeit später sollte der Erfolg von Alexander Gildo – wie er sich zu Beginn nannte – mit der ersten Hauptrolle im Film “Hula-Hopp, Conny” mit Cornelia Froboess, beginnen. 1959 startete er seine Gesangskarriere und unterschrieb seinen ersten Plattenvertrag. Statt Alexander Gildo wählte er als Künstlernamen Rex Gildo aus. 1960 hatte er dann mit dem Song „Sieben Wochen nach Bombay“ den ersten musikalischen Erfolg, der Song landete auf Platz 13 der deutschen Charts.

Es folgten Duette mit Conny Froboess, Vivi Bach, Angèle Durand und Gitte Haenning, außerdem spielte Rex Gildo in über dreißig Filmen mit.  1977 wurde sein wohl größter und erfolgreichster Song „Fiesta Mexicana“ veröffentlicht. Noch heute ist das fröhliche „Hossa! Hossa!“ ein Garant für eine gelungene Party. Seine erste TV-Show „Gestatten: Rex Gildo“ startete im Jahr 1981. Sogar mit Dieter Bohlen produzierte er in den 1980ern deutschsprachige Modern-Talking-Coverversionen, doch leider blieb der Erfolg aus. Zwar versuchte er in den 80er und 90er Jahren durch neue Songs auf sich aufmerksam zu machen, doch an seine Erfolge der 60iger und 70iger Jahre konnte er nicht mehr anknüpfen.

Das Ende der Schlagerlegende

Sein größter Erfolg: Fiesta Mexicana

Insgesamt war Rex Gildo über 26 Jahre lang als Schlagerstar beständig erfolgreich. Über 25 Millionen Schallplatten gingen innerhalb von 40 Jahren über den Ladentisch und er spielte sogar in über 30 Filmen mit. Noch bis zu seinem Tod im Jahr 1999 verband man Rex Gildo mit seinem größten Erfolg der „Fiesta Mexicana“. 1974 heiratete Rex Gildo seine Cousine. Doch wie die Geschichte seiner Kindheit und Jugend, war auch die Ehe ein einziger Fake, denn Rex Gildo liebte Männer. Leider hatte er nie die Chance, frei zu leben und er selbst sein zu dürfen. Als “Sexy Rexy” musste er sein Ansehen wahren und machte aus seiner Homosexualität ein Geheimnis.

In den letzten Jahren bestritt er seinen Lebensunterhalt mit Auftritten in Möbelhäusern und auf diversen Veranstaltungen. Seine Karriere war vorbei und er lebte von seinen Erfolgen der Vergangenheit. Nach einem Streit mit seinem Lebensgefährten wählte Rex Gildo den Freitod. Am 26. Oktober 1999 stürzte er sich aus dem Fenster im zweiten Stock eines Wohnhauses in München. In seinen Filmen und seiner Musik lebt er weiter.

2 Kommentare zu Rex Gildo – “Sexy Rexy” und die “Fiesta Mexicana”

  1. Dave Klingeberg // 22. März 2012 um 17:21 //

    Ähm, nennen Sie mir doch einen Mann, den er geliebt haben soll. Nachschreiben auf Kosten Toter, ich weiß ned ob des so guad ist….

  2. Holger Schossig // 22. März 2012 um 17:36 //

    Wieso auf Kosten Toter? Es ist nun mal so gewesen, kann man ja vielfältig nachlesen. Und es ist ja auch nichts Schlimmes daran, als Mann auch Männer zu lieben. Natürlich können wir keine Namen nennen, woher sollten wir diese auch haben? Aber es ist einfach ein Faktum. Und das wurde hier wiedergegeben.

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