Kolumne

Rekord weg – Bayern braut nicht mehr das stärkste Bier

Von: Holger Schossig

foto-holger-29Die Bayern trinken gerne Bier. Nicht nur das Weißbier ist im Freistaat gerne gesehen, auch das Starkbier. Nicht umsonst gibt es am Nockherberg jedes Jahr das traditionelle Starkbierfest. Man könnte ja annehmen, dass hier die Oberbayern die Nase vorne haben. Bisher aber kam das stärkste Bier der Welt nicht etwa aus München, sondern aus dem mittelfränkischen Gunzenhausen – bisher, denn dieser Titel ist jetzt weg!

Auch ohne Rekord schmeckt den Bayern das Bier - Foto: © Günter Havlena / PIXELIO

Auch ohne Rekord schmeckt den Bayern das Bier – Foto: © Günter Havlena / PIXELIO

Die Brauerei Schorschbräu aus Gunzenhausen hatte bisher das weltweit stärkste Bier gebraut. Es heißt Schorschbock und hat einen Alkohlgehalt von stolzen 40 Prozent. Damit war es alleiniger Rekordhalter. Doch nun wurde Bayern, wurde Mittelfranken von den Schotten übertroffen! Von dem Volk, das mit der Whiskybrennerei weltweit die Nase vorne hat. Jetzt also auch Bier?

Im schottischen Fraserburgh in Aberdeenshire ist die im Jahr 2007 gegründete Brauerei BrewDog zuhause. Und dort ist das Rekordbier entstanden. Es hat ganze 41 Prozent Volumen Alkohol und liegt damit sogar über dem Wodka, der in der Regel nur 40 Prozent hat. Das Bier bekam den Namen “Sink the Bismarck”, zu Deutsch “Die letzte Fahrt der Bismarck” und kann für 40 Pfund, was in etwa 46 Euro entspricht (für die 330 ml Flasche) online geordert werden.

Wer nun denkt, dass dies ein stolzer Preis ist, der kennt den vom einstigen fränkischen Rekordhalter noch nicht. Die Flasche Schorschbräu kostet stolze 99 Euro. Allerdings auch nur deshalb, weil es davon lediglich eine Auflage von 1000 Flaschen geben soll.

Noch zweifelt der Braumeister Georg Tscheuschner von Schorschbräu, ob der neue Rekord wirklich ein Rekord ist oder ob der Alkoholgehalt nicht vielmehr von der Lagerung herrührt. Tscheuschner vermutet, dass das Bier in ehemaligen Whiskyfässern gelagert wurde. Wie auch immer, der Rekord könnte schon bald nach Bayern zurückkommen, denn ein neues Starkbier ist schon in Planung. Das soll dann einen Alkohlgehalt von 45 Prozent haben. Und das soll den Franken erst mal einer nachmachen.

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