Von: Marcus Schweizer


Es ist, wie der Name schon sagt, ein Instrument für Alpen und Berge. Die Berge tragen den Naturton des Alphornes etwa fünf bis zehn Kilometer weit. Der althergebrachte Glaube, dass es durch seine Reichweite ein Kommunikationsmittel war, stimmt aber nicht. Vielmehr war es das Spiel auf dem mächtigen Instrument und der Klang der Töne, die die Menschen, vor allem Hirten, dafür begeistern konnten. Warum Menschen das Alphorn spielen, betrifft dann eher die Frage, warum Menschen überhaupt Musik machen. Doch bleiben wir beim Alphorn. Der Naturton des Alphornes bestimmt seine Länge und diese ist schon vom physischen Bau festgelegt. Verschiedene Längen ergeben verschiedene Töne. Der Kenner unterscheidet die Alphörner nach ihrem Ton, so gibt es das F-Horn oder das Es-Horn, ganz ähnlich den Pfeifen einer Kirchenorgel.

Seine Herstellung ist über die Jahrhunderte immer dieselbe geblieben. Natürlich kommen heute Maschinen zum Einsatz, doch wurde die grundsätzliche Funktion immer beibehalten. Versuche mit Erweiterungen und Umbauten wie Züge oder Tasten traten in Erscheinung, verschwanden dann aber auch wieder, da der Naturton eines Alphornes bleiben sollte, wie er ist. Für die Herstellung benötigt es einen ganzen Baumstamm, der an der Wurzel möglichst krumm gewachsen ist. Am besten eignet sich dafür Fichtenholz. Auf einer langen Drehbank wird das Holz konisch gedrechselt, sowohl innen wie auch außen. Dabei ist das Instrument nicht aus einem Stück, sondern besteht aus mehreren Teilen, in die an den Enden Schraubverbindungen aus Metall eingearbeitet sind. Das Mundstück ist zusätzlich gefertigt.
Die Kosten für ein Alphorn belaufen sich auf mindestens 1.000 Euro, gehen je nach Ausführung auch über die Marke von 2.000 Euro hinaus. Leider haben sich bisher vergleichsweise wenige Komponisten an Stücke für das Alphorn getraut, dennoch gibt es auch interessante Werke, die außerhalb der Volksmusik auf einem Alphorn zu hören sind.