Kolumne

Quer durch Franken auf dem Frankenschnellweg

Von: Sebastian Herbst

Die meisten meiner Artikel beschäftigen sich mit fränkischen Städten, Sehenswürdigkeiten und landschaftlich attraktiven Gebieten. Praktisch natürlich für die Leser, die dann auch gleich wissen, wo sie etwas Interessantes finden, doch es gibt immer wieder böse Zungen, die behaupten, Franken, speziell Oberfranken, wäre infrastrukturell so schlecht ausgebaut und an die Außenwelt angebunden, dass ein Besuch zwar schön, gleichzeitig aber auch eine einzige Quälerei wäre.

Der Frankenschnellweg bei Lichtenfels… – Foto: Presse03

Diesen Personen unterstelle ich jetzt einfach einmal, dass sie noch nie wirklich in Franken waren. Bestes Beispiel für eine sehr gut funktionierende Infrastruktur ist die Bundesautobahn 73, kurz A73 oder eben einfach nur als Frankenschnellweg bekannt. Der hat, wie so ziemlich alles in einem historisch geladenen Gebiet wie Franken, eine lange Geschichte, die bereits 1953 beginnt, als Feucht, Nürnberg und Erlangen untereinander besser erreicht werden sollten. Durch weitere Überlegungen baute man diese Pläne schließlich aus und im Jahre 1986 war dann endlich das fertig, was als der ursprüngliche Frankenschnellweg bezeichnet wird, das heutige Teilstück zwischen Bamberg und Nürnberg.

…und zwischen Nürnberg und Fürth – Foto: © tom-higgins / PIXELIO

Bis schließlich der Rest der Autobahn fertiggestellt werden konnte, verging noch einiges an Zeit. Erst zur Jahrtausendwende kam wieder Bewegung in die Sache, als 2002 das Teilstück Eisfeld-Nord bis Coburg freigegeben wurde. Jetzt ging es Schlag auf Schlag, immer mehr Streckenabschnitte wurden dem Verkehr übergeben, bis seit dem 5. September 2008 eine durchgängige Befahrbarkeit von Suhl bis Nürnberg möglich war. Bereits von der Autobahn aus macht sich dabei vor allen Dingen zwischen Untersiemau und Lichtenfels die Schönheit der fränkischen Landschaft bemerkbar, wenn man nämlich durch den Gottesgarten am Obermain fährt und herrliche Ausblicke auf das Kloster Banz, die Basilika Vierzehnheiligen und den Staffelberg bekommt. Wegen dieser Durchschneidung der Natur wurde auch eine Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, die aber abgelehnt wurde.

Vielleicht zu Recht, denn die Zählstelle Leiblsteg zum Beispiel passieren werktäglich rund 53.000 Kraftfahrzeuge. Hier muss zwar auch der Berufsverkehr des Nürnberger Landes hervorgehoben werden, doch lässt sich damit erahnen, für wie viele Autofahrer auch das Teilstück bei Lichtenfels eine erhebliche Erleichterung darstellt.

1 Kommentar zu Quer durch Franken auf dem Frankenschnellweg

  1. Norbert Panzer // 4. September 2010 um 13:49 //

    Wie nett, ein Artikel über den Frankenlangsamweg.

    Vielleicht hätten Sie etwas darüber reflektieren sollen, warum die A73 den Namen Franken”schnell”weg hat, obwohl man von Nürnberg bis Forchheim überhaupt nicht schnell voran kommt.

    Es ist einfach ein Symptom für unsere Zeit im Zeichen der wachsenden Verblödung unserer Politiker und Verwalter, erst Autobahnen zu bauen, dann festzustellen: “Huch, die werden ja benutzt!” um sie dann durch Tempolimits unter das Geschwindigkeitsniveu von normalen Landstraßen zu drücken.

Kommentar hinterlassen