Kolumne

Osterbrunnen – ein Brauch aus der Fränkischen Schweiz

Von: Holger Schossig

foto-holger-210Das Schmücken von Brunnen zur Osterzeit ist seit über 100 Jahren Brauch. Mittlerweile nicht nur in ganz Bayern, sondern auch über die Grenzen hinaus. Ursprünglich entstand dieser schöne Brauch in der Fränkischen Schweiz. Oberfranken ist noch heute das Mekka der Osterbrunnen, ganz besonders schöne Exemplare sind in Heiligenstadt und Egloffstein zu finden.

Schmucke Osterbrunnen in der "Fränkischen" - Foto: © Helga. / PIXELIO

Schmucke Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz – Foto: © Helga. / PIXELIO

Seit dem Jahr 1909 existiert dieser Brauch nun. Warum man jedoch an Ostern mit bemalten Eiern die Brunnen in den Dörfern schmückt, das ist nicht gänzlich geklärt. Hier sollen einerseits christliche Interpretationen mit hineinspielen, auf der anderen Seite erklärt man es sich aber auch damit, dass in der Fränkischen Schweiz früher ein erheblicher Wassermangel herrschte. Durch das Schmücken wollte man wohl das Wasser in den Vordergrund stellen und daran erinnern, dass es besonders kostbar war.

Was letztendlich der Ursprung war, das ist heute fast schon nebensächlich, wenn man sich die prächtig geschmückten Brunnen ansieht. Immer am Karsamstag werden die Brunnen von freiwilligen Helfern hergerichtet. Zwei Wochen lang kann man sie bewundern. Früher handelte es sich bei den Ostereiern um echte und handbemalte Eier, die von Kindern und auch Erwachsenen in wochenlanger Arbeit hergestellt wurden. Leider häuften sich in den letzten Jahren immer mehr die Zerstörung der Ostereier, weswegen man auf Kunststoffeier auswich.

Der Brauch ist schon lange nicht mehr nur auf Oberfranken beschränkt. In ganz Bayern werden mittlerweile Brunnen österlich geschmückt und auch in anderen Bundesländern kann man sie schon antreffen. Ob die allerdings an die Schönheit der Brunnen in der Fränkischen Schweiz herankommen…?

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