Kolumne

Ludwig Thoma – Eine bayerische Legende mit viel Fantasie

Von: Marlene Soff

Wer kennt nicht die bayrische Legende, den Schriftsteller Ludwig Thoma? Ob aus den eigenen Kindertagen, als die weltberühmten Lausbubengeschichten über den Bildschirm flimmerten, oder auch aus unzähligen Satiren – dieses bayerische Urgestein hat sich bei den meisten eingefleischten Bayern schnell einen Namen gemacht. Eine scharfe Zunge und der untrügliche Blick für die Tatsachen haben Ludwig Thoma zu diesem Ruhm verholfen und so zählen seine Werke auch heute noch zu den wertvollsten Dingen, welche die bayerische Kultur zu bieten hat.

Ludwig Thoma in einem Portrait aus dem Jahr 1909

Geboren am 21. Januar 1867 in Oberammergau war Ludwig von Kindesbeinen an ein sehr kreatives Kind, was jedoch bei der Vielzahl seiner Geschwister noch nicht so sehr in den Vordergrund trat. Mit nur sieben Jahren verlor er dann seinen Vater und so kümmerte sich neben seiner überforderten Mutter ab diesem Zeitpunkt auch noch ein Vormund um den Jungen. In der Schule zeigte sich schon bald, dass Ludwig Thoma ein ganz besonderer Mensch war und so kämpfte er mit allen Mitteln gegen Erwachsene, welche mit einer deutlichen Scheinautorität auftraten und die Doppelmoral zu ihren Stärken zählten.

Angesichts des damaligen Schulsystems war dies auch der Grund, warum Ludwig während seiner Schulzeit sehr oft die Schule wechseln musste. Nichtsdestotrotz bestand er im Jahr 1886 in einem Landshuter Gymnasium das Abitur. Die Erinnerungen an seine Schulzeit nutzte er für seine späteren Werke, welche als Lausbubengeschichten weltweit Bekanntheit erlangten. Noch heute lachen Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen über diese Geschichten.

Das Grab Ludwig Thomas auf dem Friedhof in Egern – Foto: Mattes

Auch wenn Ludwig Thoma im August des Jahres 1921 viel zu jung starb, bleibt sein literarisches Vermächtnis den nachfolgenden Generationen noch lange erhalten. Und die Geschichten, die dieser einzigartige Schriftsteller Zeit seines Lebens verfasst hat, sind weder an Zeit noch an große Ereignisse gebunden, sodass man die vielen satirischen Bücher auch heute noch lesen kann. Gerade die bayerische Kultur und der Alltag des typischen Bayern hat Ludwig Thoma immer wieder für seine Erzählungen genutzt, sodass man sich ein sehr gutes Bild über das Leben zur damaligen Zeit machen kann. Übrigens hat auch die Politik seine Werke sehr stark beeinflusst, wobei sowohl Politiker als auch deren Entscheidungen meistens nicht so gut wegkamen. Doch wie heißt es so schön? Des dearf ma ned so eng seng!

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