Kolumne

Leo Kirch – der ehemalige TV-Mogul

Von: Sabine Hutter

Der deutsche Medienunternehmer wurde am 21. Oktober 1926 in Fahr, heute Volkach, in Unterfranken geboren. Als Filmrechtehändler baute er sich ab 1955 ein komplexes Unternehmen auf, aus dem zahlreiche Tochterunternehmen hervorgingen.

Seine Firmen – sein Imperium

Ist wieder im Geschäft: Leo Kirch

Zuerst gründete Leo Kirch 1955 die Firma Sirius Film und Einkauf GmbH,  vier Jahre später dann die Beta Film und 1963 die Taurus Film, über die er Fernsehprogramme und Filme vertrieb. Weitere Firmengründungen folgten und das ZDF ließ sich jahrzehntelang von Kirch beliefern und unterhielt keine eigenen Kontakte nach Hollywood. Um sich nicht völlig von Kirch abhängig zu machen, wollte das ZDF auch von anderen Firmen Filme kaufen. Doch dann wurde festgestellt, dass auch diese Firmen Leo Kirch gehörten.

Nach dem Aufkommen des Privatfernsehens machte das ZDF einige Jahre lange keine Geschäfte mehr mit Kirch und es liefen keine bedeutenden Spielfilme mehr im Zweiten Deutschen Fernsehen. 1993 erwarb die ARD ein großes Film-Paket von United Artists und Metro-Goldwyn Mayer. Kirch begann einen Rechtsstreit mit dem Studio und erhielt die Rechte für den Klassiker „Vom Winde verweht“ zurück, aber die Rechte für andere Werke wie die James Bond-Reihe verblieben bei der ARD.

Kirch und das Bezahlfernsehen

1997 schloss Leo Kirch einen Lizenzvertrag mit der MGM/UA für das Bezahlfernsehen für zehn Jahre ab. Aufgrund einer Fehleinschätzung investierte Kirch große Summen, die sich nicht amortisierten. So liefen viele Filme und Serien fast gleichzeitig auf dem Bezahlsender Premiere und im Free-TV. 2002 musste Kirch mit sieben Milliarden Euro Schulden die Insolvenz anmelden und verklagte die Deutsche Bank, weil der damalige Vorstandssprecher öffentlich gesagt hatte, dass Kirch keine Kredite mehr bekäme.

Die Klage wurde abgewiesen, allerdings stehen der Deutschen Bank weitere Klagen von Leo Kirch ins Haus. Kirch ist seit 2007 wieder in den Handel mit Filmrechten eingestiegen und wollte die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga vermarkten, was jedoch auf Druck des Bundeskartellamts nicht zustande kam.

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