Kolumne

Landshut – Niederbayerns mittelalterliche Regierungshauptstadt

Von: Tanja Ranzinger

Die kreisfreie Stadt Landshut wird sowohl zu Ost- als auch zu Südbayern gezählt. Als zweitgrößte Stadt Ostbayerns leben dort über 62.000 Einwohner. Seit 1839 ist Landshut Regierungshauptstadt von Niederbayern. Während ihrer über 800-jährigen, bewegten Geschichte, hat sich ein beneidenswerter Reichtum an kulturellen Werten angesammelt. Nach und nach entstanden interessante Sehenswürdigkeiten, zu denen aber gleich noch mehr.

In drei Gebiete wird Landshut durch die Isar geteilt: Foto: © Stefan Bücker / PIXELIO

Alles begann mit der Gründung durch Herzog Ludwig I. im Jahre 1204. Bereits 1250 wurde die Stadt zum ersten Mal erweitert. Die Altstadt von Landshut entstand. Das Dominikanerkloster, welches heute zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt, wurde im Jahre 1271 gegründet. 1280 wurde dann ein weiteres Kloster gegründet, das Franziskanerkloster. Im gleichen Jahr erfuhr die Stadt auch eine zweite Erweiterung, die Neustadt wurde geschaffen.

Es gab noch zwei weitere Erweiterungen der Stadt, eine im Jahre 1320, es entstand der Dreifaltigkeitsplatz und im Jahre 1338. Die vierte Erweiterung der Stadt mit der Gründung des Stadtteils Freyung. Damals entstand auch die Stadtmauer, das Dominikanerkloster und das Franziskanerkloster wurden in die Stadt mit einbezogen. Von 1393 bis 1503 erlebte die Stadt als Regierungssitz des Teilherzogtums Bayern – Landshut, unter den „Reichen Herzögen“ ihre Glanzzeit. In der mittelalterlichen Stadt waren die Meister der Bauhütte, Bildschnitzer, Bronzegießer, Harnischmacher und Glockenschmiede niedergelassen, wodurch sie als Kunststadt weltberühmt wurde.

Die Altstadt von Landshut galt damals wie heute als historischer Mittelpunkt der altbayerischen Residenzstadt.

Einige Sehenswürdigkeiten

Burg Trausnitz
Die Stammburg der Wittelsbacher wurde 1204 gegründet. Von 1255-1503 war sie die Residenz der niederbayerischen Herzöge. Die mittelalterliche Burg zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Geprägt von den eindrucksvollen Befestigungen, dem hohen Wittelsbacher Turm und der Burgkapelle mit ihren Skulpturen und Altären, versetzt Sie den Besucher in längst vergangene Zeiten.

Die Martinskirche mit dem Weltrekord-Turm – Foto: Philipp Hienstorfer

St. Martinskirche
Der Bau der ST. Martinskirche begann im Jahre 1392. Fertiggestellt war sie dann um 1500. Der Backsteinturm hat eine Höhe von 130,6 Meter, was als höchster Backsteinturm überhaupt gilt: Weltrekord. Das gesamte Gotteshaus wurde in drei Bauphasen erbaut.

Stadtresidenz
1536 begann Ludwig der X. mit dem Bau des Stadtpalastes. Es entstand ein italienischer Bau. Damals galt der Bau als erster Renaissancepalast auf deutschem Boden. Heute wird die Stadtresidenz als „Deutscher Bau“ bezeichnet. Sehr selten sind die französischen Wandtapeten aus dem Jahre 1803.

Ländtor
Das „Ländtor“ ist eines der Wahrzeichen von Landshut. Es war einst ein Teil der Stadtmauer und steht gleich neben der Burg Trausnitz und der St. Martinskirche. Das „Ländtor“ besaß einen vorgelagerten Zwinger, der allerdings im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

Als besonderes Ereignis der Stadt gilt die „Landshuter Hochzeit“. Erstmals wurde diese im Jahre 1903 aufgeführt. Der prunkvolle Hochzeitszug wird von zehntausenden Besuchern mit einem „Hallo“ gegrüßt. Dieses mittelalterliche Spektakel wird alle vier Jahre aufgeführt. Die nächste Aufführung der “Landshuter Hochzeit” findet im Jahr 2013 statt.

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