Kolumne

Kulmbach, eine heimliche Hauptstadt?

Von: Sebastian Herbst

foto-sebastian-21Wer könnte sich schon vorstellen, in einem 27.000-Seelen-Ort schlummere eine Hauptstadt? Sicher so gut wie kaum jemand. Und doch, es gibt sie, man muss nur einmal eben seinen Blick nach Oberfranken wenden, wo man eben eine solche Stadt findet, die sich vielversprechend mit dem Titel „Heimliche Hauptstadt des Bieres“ schmückt.

Überragt wird Kulmbach von der Plassenburg - Foto: © Harald-KU / PIXELIO

Überragt wird Kulmbach von der Plassenburg – Foto: © Harald-KU / PIXELIO

Die Rede ist natürlich von Kulmbach mit ihrem vielversprechenden Quasi-Slogan, doch kann auch gehalten werden, was der verspricht? Immerhin, mit dem EKU 28 kommt schon einmal der über Jahre hinweg als stärkstes Bier der Welt bezeichnete Trunk aus der Kreisstadt. Mittlerweile ist es zwar abgelöst worden, seinen Kultstatus und seine Bekanntheit hat der „Kulminator“, so sein Kosename, aber bis heute nicht verloren. Gebraut wird er übrigens bis heute von der Kulmbacher Brauerei AG, der wohl größten, aber auch nur eine von vielen Brauanstalten im Landkreis.

Wer sodann auf die Weise erst einmal verköstigt ist, der sollte unbedingt das Bayerische Brauereimuseum aufsuchen, in dem er allerhand Wissenswertes aus der Geschichte der Braukunst erfahren kann. Bier besitzt in Kulmbach sogar einen derart großen Stellenwert, dass ihm zu Ehren ein Fest, nämlich die Kulmbacher Bierwoche, abgehalten wird, die seit 1939 jährlich rund 100.000 Besucher in die Stadt zieht.

Malerische Gässchen in der Innenstadt - Foto: © Harald-KU / PIXELIO

Malerische Gässchen in der Innenstadt – Foto: © Harald-KU / PIXELIO

Bei der ganzen Tradition ist es schnell passiert, dass man den Blick für Anderes verliert, was jedoch nicht passieren sollte. Ein Besuch in Kulmbach kann nämlich durchaus auch Kultur pur bedeuten, was den meisten mit Sicherheit schon bewusst wird, wenn man sich das Stadtbild ansieht. Dies wird nämlich überschattet von der Plassenburg, eine der größten Bauten aus der Epoche der Renaissance, in der man sich eine Führung auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte.

Direkt in der Burg findet man auch schon das Deutsche Zinnfigurenmuseum vor, das größte seiner Art weltweit, in dem in riesigen Schaukästen unzählige Ereignisse, vor allem historische Schlachten zu bestaunen sind.
Man erkennt, dass es mit einem Tagesauflug nach Kulmbach nicht getan ist. Wer daneben noch weitere Bauwerke besichtigen will, wie es sie in der historischen Altstadt unzählige gibt, der sollte schon ein Wochenende einplanen. Aber ist das jetzt besonders verwunderlich? Eine Hauptstadt habe ich zumindest noch nie an einem Tag erkundet…

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