Kolumne

Kötztinger Pfingstritt – größte berittene Bittprozession Bayerns

Von: Tanja Ranzinger

foto-tanja-25Der Bad Kötztinger Pfingstritt geht zurück auf das Jahr 1412. Wie jedes Brauchtum, gibt es auch zum Pfingstritt in Kötzting eine Geschichte. Den Erzählungen nach lag im Nachbardorf Steinbühl ein Mann im Sterben und hat um die Sterbesakramente gebeten. Da es aber bereits Nacht war und sich der Pfarrer nicht ohne Schutz auf den Weg machen wollte, wurde er von den Kötztinger Burschen nach Steinbühl begleitet. Nachdem niemand zu Schaden gekommen war, wurde von den Kötztingern gelobt, jedes Jahr den Ritt zu wiederholen.

Der festlich geschmückte

Die festlich geschmückte Bittprozession – Foto: Kurverwaltung Bad Kötzting

So kam es, dass jedes Jahr bis heute, am Pfingstmontag der Pfingstritt abgehalten wird. Dafür werden die Pferde besonders geschmückt und die Reiter ziehen mit ihren alten Trachten von Bad Kötzting nach Steinbühl. Allen voran reitet der Kreuzträger, als Spitze voraus, ihm folgen die Laternenträger, dann die Fanfarenbläser. Erst dann kommt der Geistliche, der Offiziator mit Mesner und den Ministranten. Man sieht, die Aufstellung hat feste Regeln, welche streng eingehalten werden.

Hinter den Ministranten reitet als nächstes der Pfingstbräutigam des aktuellen Jahres mit seinen beiden Brautführern. Den Abschluss dieser Spitze macht der Pfingstbräutigam aus dem Vorjahr mit seinen Brautführern. Erst dann kommen die übrigen Reiter, welche ebenfalls ihre Pferde schmücken und in traditioneller Tracht mitreiten.

Jedes Jahr säumen zahlreiche Besucher den Weg, um die prunkvolle Bittprozession mit ihren über 900 Reitern hoch zu Ross bestaunen zu können. Unter dem feierlichen Geläut der Kirchenglocken in Bad Kötzting, verlassen die Reiter auf ihren festlich geschmückten Pferden betend die Stadt, um das uralte Gelöbnis zu erneuern. Angekommen in der Pfingstreiter-Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Steinbühl findet der Reitergottesdienst statt. Dafür versammeln sich alle um die Kirche. Nach einer kurzen Pause reitet die Bittprozession wieder zurück nach Bad Kötzting, wo sie schon von vielen tausend Besuchern erwartet wird. Mit dem Festakt und dem eucharistischen Segen, endet der kirchliche Teil des Rittes.

Informationen rund um den Pfingstritt und allem drum herum bekommt man jederzeit über die Kurverwaltung und Tourismus-Information Bad Kötzting, Herrenstraße 10, 93444 Bad Kötzting, Tel.: 09941/602150

2 Kommentare zu Kötztinger Pfingstritt – größte berittene Bittprozession Bayerns

  1. Kötzting // 25. Juli 2011 um 21:54 //

    Stimmt soweit alles, aber (Bad) Kötzting liegt in der Oberpfalz und nicht in Niederbayern.
    Oder ist das ein historischer Bericht aus der Zeit weit vor dem Internet? 😉

  2. Holger Schossig // 25. Juli 2011 um 22:48 //

    Ups, also wer hat denn hier Bad Kötzting nach Niederbayern verlegt? Danke für den Hinweis! Natürlich liegt Bad Kötzting in der Oberpfalz – schon immer!

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