Kolumne

Kennen Sie Äisdemer?

Von: Jan Sievert

foto-jan-26Großostheim, 09.06.2010 – Wissen sie wer oder was ein Äisdemer ist? – Nein? Nicht schlimm, vermutlich sind Sie einfach noch nie durch das schöne Großostheim gekommen. Als Äisdemer, was sich wahrscheinlich vom Wort “Einstämmiger”, also “Einheimischer” ableitet, bezeichnen sich dort die Einwohner selbst. Die 16.000 Einwohnerstadt hat sich ihr typisches fränkisches Ortsbild mit zahlreichen Fachwerkhäusern und Kirchen erhalten und verbindet heute Tradition und Moderne – was sich auch gut an der sich in Großostheim befinden Europazentrale von Nintendo belegen lässt.

Fränkische Fachwerkhäuser im gotischen Stil, das ist Großostheim - Foto: Stadt Großostheim

Fränkische Fachwerkhäuser im gotischen Stil, das ist Großostheim – Foto: Stadt Großostheim

Erstmals als “Ostheim” wurde die Stadt in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda Ende des 8. Jahrhunderts erwähnt. Rund 500 Jahre später, 1278, kam das Städchen Ostheim zusammen mit dem gesamten Bachgau zum Kurfürstentum Mainz, später zum Erzbistum Kurmainz und 1803 zum Fürstentum Aschaffenburg. Schließlich wurde der seit dem 17. Jahrhundert “Großostheim” genannte Ort im Jahre 1814 ein Teil Bayerns, und formte sich 1818 zu der heutigen Gemeinde.

Wenn man Großostheim besucht, sollte man auf keinem Fall am Fachwerkhof Nöthing-Gut vorbeigehen. Denn der ehemalige Lehenshof der Mainzer Dompröbste ist nicht nur von außen sehenswert, sondern informiert auch noch im Bachgaumuseum über die regionale Landwirtschaft und das Handwerk des 19. Jahrhunderts. Ebenfalls sehenswert sind die Kirchen und Kapellen “St. Peter und Paul”, “Frauhäuschen” und “Kreuzkapelle”. Desweiteren stehen einige Reste und Türme der ehemaligen Wehranlage noch und rund um den Ort stehen entlang mehrerer Wander- und Fahrradwegen insgesamt 36 Bildsteine.

Vielleicht ist manchen von ihnen auch noch die 1987 bis 1989 gedrehte Fernsehserie “Mit Leib und Seele” mit Günter Strack in Erinnerung – raten sie doch einmal wo sie gedreht wurde…

Sie sehen schon, Großostheim ist eine Stadt mit vielen Facetten und viel Sehenswertem. Am besten sie kommen einfach einmal dorthin und machen sich einen eigenen Eindruck von Großostheim und seinen Äisdemern…

1 Kommentar zu Kennen Sie Äisdemer?

  1. Hallo Jan,

    seit einem Jahr bin ich mit einem Äisdemer zusammen. Er ist im Nöthingsgut groß geworden und ich will dir sagen ,dass du mit der Übersetzung “Einstämmiger” oder “Einheimischer” daneben liegst.
    “Äisdemer” heißt nichts anderes als “Ostheimer” im Dialekt (von anno tobak?) gesprochen.
    Ich bin übrichens ä Serwichhäuser! Do konnstä a lang gsüch, bis däss des findst!

    Grüße von
    Karin

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