Kolumne

Kälte hat einen Namen: Carl von Linde

Von: Sabine Hutter

Carl von Linde ist der Gründer des heutigen internationalen Konzerns Linde AG. Ohne abgeschlossenes Studium revolutionierte er die Kältetechnik.

Seine Jugend

Am 11.6.1842 wurde Carl Paul Gottfried von Linde, ab 1897 Ritter von Linde, in Berndorf geboren. In Kempten machte er sein  Abitur und begann 1861 sein Studium am Polytechnikum in Zürich.

Carl von Linde

1864 musste er die Universität ohne Abschluss verlassen, da er wegen eines Studentenprotests zwangsexmatrikuliert worden war. Nach einem kurzen Gastspiel als Lehrling in einer Baumwollfabrik zog er nach München, wo er bei der Lokomotivenfabrik Krauss als Leiter des Konstruktionsbüros tätig war. Mit 26 Jahren wurde er außerordentlicher Professor an der Polytechnischen Hochschule München, wo er zehn Jahre später ordentlicher Professor wurde. Linde richtete an dieser Hochschule unter anderem das Labor ein, in dem Rudolf Diesel ausgebildet wurde.

Linde und die Kältetechnik

1871 verfasste Carl von Linde einen Aufsatz über ein verbessertes Kältetechnikverfahren, das vor allem bei Brauereien großen Anklang fand. Er ließ seine Kältemaschine in der Maschinenfabrik Augsburg herstellen. Durch ein Preisausschreiben entwickelte Linde eine Kältemaschine, die beim Bierbrauen das Gären in konstanter Temperatur zuließ. 1879 gründete Carl von Linde die Gesellschaft für Linde`s Eismaschinen AG, die heute Linde AG heißt. Das Unternehmen war bereits nach kurzer Zeit marktführend auf dem Gebiet der Kältetechnik, was unter anderem auch durch einen milden Winter begünstigt wurde, bei dem das Natureis knapp geworden war.

Linde baute Kühlhäuser für Lebensmittel und Eiswerke, und auch Eislaufbahnen wurden mit seiner Kältetechnik  versorgt. Durch die Einführung des Gegenstromverfahrens konnte Linde 1895 zum ersten Mal größere Mengen Luft verflüssigen und schuf damit die Möglichkeiten zur Trennung der Luftbestandteile. 1903 entstand in München die Fertigungsstätte, die heute der größte Standort des Linde Konzerns ist. Sieben Jahre später übergab Carl von Linde seine erfolgreiche Aktiengesellschaft an seine Söhne und bekam 1916 als Erster den Werner-von-Siemens-Ring verliehen. 1934 starb Carl von Linde im Alter von 92 Jahren und wurde im alten Teil des Waldfriedhofs in München beigesetzt.

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