Kolumne

Kallmünz – die Perle des Naabtals

Von: Stefan Lachmann

Die „Perle des Naabtals“ wie Kallmünz in der Oberpfalz einst auf Grund seiner Lage und Schönheit betitelt wurde, ist eine der bekanntesten und touristisch attraktivsten Marktgemeinden Bayerns. Der rund 3.000 Einwohner große Ort ist nicht nur landschaftlich und architektonisch sehenswert, sondern erfreut sich auch als „Künstlerort“ großer Beliebtheit.

Kallmünz mit Steinerner Brücke – Foto: www.everyfoto.com

Bereits die Kelten entdeckten die außergewöhnliche Lage für sich und siedelten dort in grauer Vorzeit an. Kallmünz liegt malerisch am Zusammenfluß von Naab und Vils, inmitten einer idyllischen Felshügellandschaft. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Kallmünz in einer Urkunde des Bischofs Wolfgang im Jahre 983.

Majestätisch thront die alte Burgruine Kallmünz über dem historischen Marktflecken. Deren Erbauer und auch die Bauzeit sind bis heute nicht näher bekannt, jedoch kann sie anhand der auffindbaren Baustile der Zeit des Übergangs von der Spätromanik zur Frühgotik (ca. 1230-1250) zugeordnet werden. Endgültig zerstört wurde diese jedoch 1641 im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Soldaten.

Das Haus ohne Dach – Foto: Luestling

Unterhalb der Burg erstreckt sich die spätmittelalterliche Steinerne Brücke (1549 – 1558 erbaut) über die gemächliche Naab und verbindet den alten Markt mit dem neueren Teil der Gemeinde. Das Ortsbild ist geprägt durch herrliche alte Häuser, die unter einem Felsvorsprung an den Burgberg gebaut sind. Inmitten dieser Kulisse befindet sich auch eine weitere Hauptsehenswürdigkeit: Das „Haus ohne Dach“ ist die letzte noch eingerichtete Wohnhöhle Deutschlands. Heute lebt hier zwar niemand mehr, aber die Höhle, die sich bereits seit über 100 Jahren im Burgberg befindet, ist nach wie vor bestens erhalten.

Kallmünz der Künstlerort

Im Sommer lädt Kallmünz  mit zahlreichen liebevollen kleinen Lokalen und Cafés  zum Verweilen und Entspannen ein. Kallmünz hat zudem einen überregionalen Ruf als Künstlerort, der darin begründet ist, dass sich seit über 100 Jahren Künstler und Maler von dem idyllischen Ort angezogen fühlen. So wählte der aus München angereiste Maler und Professor Charles Johann Palmié im Jahre 1901 einen neu eröffneten Gasthof in Kallmünz zu seinem Sommerdomizil. Dem Wirtshaus gab er auch selbst den Namen „Zur Roten Amsel“ und illustrierte seine Außenfassade mit seinen Münchner Freunden al fresco.  Palmié war es auch, der Kallmünz als “Perle des Naabtals” geadelt hat.

Das Geistreiter-Haus – Foto: Luestling

Am bekanntesten wurde Kallmünz später durch den mehrwöchigen Aufenthalt des berühmten abstrakten Malers Wassily Kandinsky und seiner Lebensgefährtin Gabriele Münters im Sommer 1903. Von 1944 bis zu seinem Tod durch einen Verkehrsunfall lebte außerdem der bedeutende spätexpressionistische Maler Josef Georg Miller in Kallmünz.

Ab 1979 lebte und arbeitete der Maler Hans Geistreiter bis kurz vor seinem Tod in Kallmünz.  Hier  ist auch das charakteristische „Geistreiter-Haus“ zu erwähnen, das auf Grund seiner künstlerischen Gestaltung ins Auge sticht. Heute gibt es zahlreiche Galerien, die die Werke der heimischen Künstler ebenso wie die von Gastkünstlern zeigen. Die Künstlergruppe MOSAIK ist Heimat von rund 20 Künstlern.

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