Kolumne

Jodeln gehört zum Kulturgut der Alpenregion

Von: Tanja Ranzinger

Jodeln – was ist jodeln eigentlich? Ganz nüchtern erklärt man Jodeln so: Beim Jodeln handelt es sich um das Singen von Text und Lautsilben, wobei Silbenfolgen wie „Hodaro“, „Iohodraeho“, „Holadaittijo“ und viele andere verwendet werden. Es gibt nicht viele, die das Jodeln so beherrschen, dass es sich auch gut anhört. Das bekannteste Jodellied ist wahrscheinlich der Königsjodler und der bekannteste Jodler der Welt heißt bestimmt Takeo Ischi (Jodelnder Japaner). Man sieht schon, auch wenn das Jodeln u.a. in Bayern heimisch ist, die Japaner können´s auch!

Ursprung des Jodelns

Vermutet wird, dass der Ursprung des Jodelns auf vorhistorische Zeiten zurückgeht. Hirten, Sammler, Waldarbeiter und Köhler aber auch Senner und Sennerinen haben sich über größere Entfernungen jodelnd verständigt. So wurde nicht nur in den Alpen von Alm zu Alm gejodelt, der vielmehr einem Juchzer nachkam, sondern auch das Vieh wurde mit einem Jodler angelockt.

Heutzutage wird der Jodler hauptsächlich nur noch in der volkstümlichen Musik verwendet. In Bayern gilt vor allem Franzl Lang, als Jodelkönig. Am bekanntesten ist wohl der Königsjodler, im folgenden dargeboten von Sepp Viellechner.

Im Harz und im Erzgebirge werden ganze Wettbewerbe im Jodeln ausgetragen. Den Weltrekord im Dauer-Jodeln hält derzeit der Österreicher Roland Roßkogler. Ganze 14 Stunden und 37 Minuten jodelte er am Stück. Dafür müssen die Stimmbänder extrem trainiert werden.

Der Schweizer Peter Hinnen ist ebenfalls ein Rekordjodler. 1992 schaffte er es innerhalb einer Sekunde 22 Jodel-Töne beim Schnelljodeln zu singen. Unvorstellbar, wenn man bedenkt, welche Stimmakrobatik dafür gebraucht wird.

Jodeln ist weltbekannt

Wer meint, das Jodeln kennt man über die Alpen hinaus gar nicht, der irrt sich gewaltig. In den USA und in Australien hat das Jodeln mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert. Bereits in den 30er Jahren wurde das Interesse einer breiten Öffentlichkeit am Jodeln geweckt. Somit stellt das Jodeln heute einen wichtigen Bestandteil in der Western Music dar.

Sehr spaßig sind die Jodeldiplome, die man in manchen Ferienregionen machen kann. Im Anschluss an einen mehrtägigen Jodelkurs erhalten die Teilnehmer ein Jodeldiplom. So wie einst bei Loriot! Leider kann das Video hier nicht eingebettet werden, aber wer sich noch einmal köstlich amüsieren will, der klickt einfach diesen Link.

3 Kommentare zu Jodeln gehört zum Kulturgut der Alpenregion

  1. gundi reithofer // 14. Dezember 2010 um 10:41 //

    Habe unlängst bei einem Adventkonzert den bayrischen Jodler: “Aiblinger Wais” gehört. Wunderschön. Haben Sie Noten zu diesem Lied? Und könnten Sie sie mir ev. mailen? Danke

  2. Holger Schossig // 14. Dezember 2010 um 16:17 //

    Hallo Gundi,

    leider haben wir keine Noten, tut mir leid!

  3. Grüß Gott miteinander!

    Was ich denke? Ich denke, es macht Spaß jodeln zu können. Dazu etwas aus meiner Kindheit.

    Hab’ mich mal als Bub sehr für Sepp Viellechner und Franzl Lang begeistert. Das hat mich dermaßen angesteckt und habe damals so richtig das Jodeln gelernt. Habe etliche Wochen (vor den “Bayern1-Kasten” natürlich und wo immer jodeln zu hören war) geübt und wurde bald ein richtiger Jodelprofi.

    Der “Bergvagabund” und “Mei Vata is a App’nzeller” habe ich bis zur Vergasung geübt und nicht aufgegeben bis das richtig sitzte.

    Mächtigprächtig stolz war ich als Knirps und Kehlkopfhähnchen natürlich auch und konnte endlich mal was, was andere nicht konnten (damals 11 Lenzen und 5 Käse hoch). Doch dann hatte meine Mutter gesagt: “Jetzt ist Schluß!” Das sagte sie nur, weil meine Schulnoten unerklärlicherweise immer tiefer in den Keller rutschte.

    Heute ist meine Gurgel irgendwie eingerostet. Doch wenn ich richtig in Stimmung bin, kommen nach etliche Gehversuche wieder die alten Künste irgendwie wieder hoch (nicht ganz ohne Qualitätsverlust). Und wenn’s dann klappt, hole ich noch meine Gitarre dazu.

    (Übrigens: Noten und Partituren habe ich locker 10 Gigabyte und allerlei Tonarten aus aller Welt Musik)

    Gruß

    Thomas

Kommentar hinterlassen