Kolumne

In Franken genießt man sein Bier im Bierkeller

Von: Eranie Funderburk

In der Zeit der Entstehung der Bierkeller wurde in Bayern besonders gerne untergäriges Bier getrunken. Bei dieser Brauart sinkt die Hefe während der Gärung zu Boden. Dabei dürfen die Außentemperaturen nicht mehr als 10 Grad Celsius betragen. In einem Dekret von König Ludwig I. wurde festgelegt, dass das Bier nur in kalten Monaten mit Temperaturen zwischen vier und acht Grad gebraut werden durfte.

Das Pils gehört zu den untergärigen Biersorten – Foto: © Klaus Stevens / PIXELIO

In der sogenannten bayerischen Brauverordnung von 1539 kann man nachlesen, dass nur in der Zeit vom 29. September (Festtag des hl. Michael) und dem 23. April (Ehrentag des hl. Georg) Bier gebraut werden durfte. Nachdem man damals noch keine Kühlschränke hatte und das normale Bier schnell verdarb, wurde das starke Märzenbier gebraut und im Sommer getrunken. Einige Münchner Wirte hatten eine Idee und ließen Bierkeller in den Flusshängen der Isar, in der Nähe von Weihern oder direkt neben dem Brauhaus bauen. In den Bierkellern wurde im Winter Eis eingelagert und so wurde das Bier auch während der Sommerzeit schön kühl gelagert. Der Kiesboden oberhalb der Keller und die dichten Blätter der Bäume sorgten dafür, dass die Temperaturen der Bierkeller nicht anstiegen.

In solchen Bierkellern wurde das Bier bis an die Decke gelagert – Foto: © Rainer Klinke / PIXELIO

Vor allem die Kastanie ist aufgrund der großen Blätter und der breitwachsenden Krone ein sehr beliebter Schattenspender. Auch in Gebieten, in denen man Stollen in den Berg- und Böschungshängen bauen konnte, wurden Bierkeller eingerichtet. Ab 1830 feierten vor allem die Bamberger den Sommer in den verschiedenen Bierkellern der Stadt und der Umgebung. Auch in Erlangen und in Forchheim wurde das süffige Getränk in Bierkellern ausgeschenkt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich im Außenbereich der Keller die Biergärten, in denen die Gäste sich direkt am Ausschank des Bierkellers auf einer Holzbank hinsetzen, ihre Brotzeit genießen und ein kühles Bier trinken konnten. In Franken kann man noch heute viele Bierkeller finden, in denen vor allem untergäriges Bier, z. B. Schwarzbier, Pils, Lager und viele andere Biersorten, ausgeschenkt werden. Im Sommer finden außerdem in ganz Franken Kirchweihfeste statt, in denen das schmackhafte Gebräu in Strömen fließt.

Die größte und bekannteste Kirchweih der Region ist die Erlanger Bergkirchweih. Jedes Jahr pilgern die Besucher zur Straße “An den Kellern”, feiern und genießen die verschiedenen Biersorten der einheimischen Brauereien. Zudem laden Fahrgeschäfte und kleine Fressbuden zum Verweilen ein. Noch heute gilt das Gebiet in und um Bamberg, Erlangen und Forchheim als die Sommerkeller-Region.

Wer die verschiedenen Bierkeller gerne einmal besuchen möchte, der findet auf der Seite von www.bierkeller.de Informationen zu den Bierkellern in Franken und erfährt gleichzeitig alles rund um das Thema Bier.

Kommentar hinterlassen