Kolumne

Hundertwassers letztes Projekt steht in Niederbayern

Von: Tanja Ranzinger

foto-tanja-210Mehr als ein Jahrzehnt ist Friedensreich Hundertwasser schon tot. Das letzte Werk des Österreichers steht ausgerechnet in Bayern, genauer gesagt, in Niederbayern. Hundertwasser selbst wäre sicherlich entzückt, könnte er den prachtvollen Kuchlbauer Turm aus Aladins Wunderwelt noch sehen. Leider war der überragende Künstler im Jahr 2000 inmitten der Planungsphase verstorben.

Ein typischer Hundertwasser: der Kuchlbauer Turm - Foto: Brauerei zum Kuchlbauer

Ein typischer Hundertwasser: der Kuchlbauer Turm – Foto: Brauerei zum Kuchlbauer

Sein Weggefährte, der Architekt Peter Pelikan hat Hundertwassers letztes Werk zu Ende gebracht. Gleichzeitig ist es dem Abensberger Brauereibesitzer Leonhard Salleck zu verdanken, welcher eine Leidenschaft für den österreichischen Künstler hegte.

Dabei stand das Projekt zu Anfang auf sehr wackeligen Füßen. Das Landratsamt für Denkmalpflege befürchtete, dass das Stadtbild, welches sehr mittelalterlich geprägt ist, beeinträchtigt werden könnte. Die ursprünglich geplante Höhe des Turmes samt goldener Kuppel sollte 70 Meter betragen. Somit wäre dieser höher als der Turm der 1380 erbauten Pfarrkirche. Dieser bringt es immerhin auf 56 Meter.

Geeinigt haben sich dann letztlich alle auf 34 Meter, was der Schönheit sicherlich keinen Abbruch bereitete. 176 Stufen führen hinauf zu einer Aussichtsplattform und dann zur goldenen Kuppel, in der eine kleine Restauration untergebracht ist. Wie für Hundertwasser so typisch, ist an dem bunten Turm alles rund. Vergebens wird man hier Ecken, Kanten und Winkel suchen. Dafür findet man reichlich verspielte und fließende Formen mit kleinen Erkerchen, Säulen und die beliebten runden Gucklöcher.

Innen so faszinierend wie außen - Foto: Brauerei zum Kuchlbauer

Innen so faszinierend wie außen – Foto: Brauerei zum Kuchlbauer

Der Brauereibesitzer Leonhard Salleck hat sogar noch Teile seiner Brauerei und eine Begrenzungsmauer im Stil von Hundertwasser gestalten lassen. Im Turm möchte er künftig noch ein Biermuseum unterbringen. Er selbst ist davon überzeugt, dass das Gesamtkunstwerk zahlreiche Besucher anlocken wird. Für die Besucher werden Führungen angeboten.

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