Kolumne

Herzogenaurach – Die Stadt mit den drei Weltfirmen

Von: Ingrid Neufeld

Die  Entwicklung Herzogenaurachs in den letzten fünfundzwanzig Jahren gleicht einer rasanten Fahrt mit dem ICE.  Diese Entwicklung kam nicht von ungefähr. Sie wurde begünstigt durch den Truppenabzug der US-Amerikaner, der Tatsache, dass in der kleinen mittelfränkischen Stadt gleich drei Weltkonzerne beheimatet sind und durch den sehr rührigen Altbürgermeister  Hans Lang, der die Geschicke der Stadt rund 18 Jahre lenkte. INA Schaeffler, Puma und adidas sind die Firmen, die den wirtschaftlichen Erfolg bringen, aber auch das Stadtbild nachhaltig prägen.

Der Fehnturm in Herzogenaurach – Foto: Tilman AB

Eigentlich ist Herzogenaurach eine idyllische, historische Kleinstadt, mit noch nicht einmal 25.000 Einwohnern. Fachwerkgebäude prägen noch heute das Stadtbild im Kern, so wie das Alte Rathaus, in dem gegenwärtig die Polizei untergebracht ist. Seit dem 13. Jahrhundert besitzt Herzogenaurach ein Schloss mit Burgfried und Wassergraben. Nachdem es im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, ließ es der Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn 1720 im barocken Stil neu erbauen.

Beim jährlichen Mittelalterfest, das seit der Tausendjahrfeier Herzogenaurachs alljährlich Ende Juli stattfindet, kann man dieses mittelalterliche Flair besonders genießen.

Doch der Besucher der Aurachstadt wird inzwischen um eine Umgehungsstraße geleitet, die ihn schnurstracks zu den gewünschten Outletzentren der Sportartikelhersteller bringen soll. Wenn er nicht gezielt der Innenstadt einen Besuch abstattet, ahnt er nichts von der historischen Vergangenheit Herzogenaurachs. Denn die Outlet-Stores präsentieren sich modern, gläsern, ja fast futuristisch. Sie weisen Herzogenaurach in die Zukunft.

Das moderne Outlet von adidas – Foto: FelixReimann

Dasselbe gilt auch für INA Schaeffler, die Wälzlagerfabrik, die genauso schnell und zielgerichtet angefahren werden kann. Auch dazu muss niemand umständlich durch die Innenstadt. In dieser Straßenführung steckt natürlich eine gewisse Absicht. Herzogenaurach hat viel Geld in seine Umgehungsstraßen investiert. Sie sollen den Verkehr um Herzogenaurach herumleiten, damit die Einheimischen vom Lärm entlastet werden.

So bekommt der Besucher den Eindruck einer pulsierenden, modernen Stadt, die neben zwei attraktiven Outletzentren, auch ein Freizeitbad bietet, das vor allem für Familien eine große Anziehungskraft darstellt.

Wer sich aber mehr für diese moderne Kleinstadt interessiert, sollte nicht zögern, sich den mittelalterlichen Kern anzuschauen, sich Zeit nehmen für den Marktplatz,  die Stadtpfarrkirche St. Magdalena, den Fehnturm und den Türmersturm und vielleicht in eines der traditionellen fränkischen Lokale einkehren, in dem einheimische Spezialitäten serviert werden.

Kommentar hinterlassen