Kolumne

Haftbedingungen werden flächendeckend geprüft

Von: Holger Schossig

foto-holger-26Seit heute hat Bayern offiziell einen kriminologischen Dienst, der die Haftbedingungen in Gefängnissen im Freistaat prüfen soll. Dieser Dienst, der dem bayerischen Justizvollzug unterstellt ist, soll zukünftig die Gespräche zwischen Gefangenen und Therapeuten an sozialtherapeutischen Anstalten, wie eben die JVA Erlangen eine ist, nach München an das Justizministerium weiterleiten. Dort werden diese Gespräche dann ausgewertet und das weitere Vorgehen entschieden.

Analyse: Das Leben hinter Gittern - Foto: Holger Schossig

Analyse: Das Leben hinter Gittern – Foto: Holger Schossig

Das mittelfränkische Erlangen wurde als Standort gewählt, weil man hier bereits jahrelang erfolgreich auf dem Gebiet der Sozialtherapie arbeitet und weil man zudem eng mit der Universität Erlangen-Nürnberg in Verbindung steht. Das Ziel soll sein, Straftäter, die in den Gefängnissen ihre Stafe verbüßen, wieder zu resozialisieren. Das heißt, sie so “formen”, dass sie nicht wieder rückfällig werden. Dazu zählen natürlich auch die Haftbedingungen. Bis vor kurzem war der kriminologische Dienst im bayerischen Justizvollzug lediglich eine Arbeitsgruppe, die allerdings über 18 Jahre lang erfolgreiche Arbeit geleistet hat. Nun hat sich der Freistaat dazu entschieden, es anderen Bundesländern nachzumachen und diesen Dienst offiziell einzuführen. Das Forschungszentrum wurde heute von der bayerischen Justiz- und Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk eingeweiht.

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