Kolumne

Friedrich Fischer – Der Kugellager-Virtuose

Von: Sebastian Herbst

Bereits sein Vater sorgte für einiges Aufsehen mit seinem Nachbau des Tretkurbel-Fahrrads, da muss das Genie ja irgendwie in der Familie liegen. Und so gelang es auch Friedrich Fischer, sich im Ingenieurs- und Konstruktionsbereich einen Namen zu machen, der wahrscheinlich noch größer war und ist, als der seines Vaters.

Friedrich Fischer

friedSo gründete der am 19. März 1849 in Schweinfurt geborene Fischer eine Firma, die, wohl angeregt durch seinen Vater, vor allem auch mit Fahrrädern handelte. Für die in der Tretkurbel benötigten Kugellager benötigte man aber eine große Anzahl an glattgeschliffenen Kugeln, die mit den damaligen Herstellungsverfahren nur sehr aufwendig produziert werden konnten. Ab 1883 arbeitete er so an einer Kugelschleifmaschine, die er sich sieben Jahre später zum Patent anmeldete, als die Fahrradindustrie boomte und es steil mit Fischers Firma nach oben ging. Innerhalb kürzester Zeit hatte er 600 Angestellte und 1896 begann er, die Kugelherstellung in eine zweite Firma auszulagern, die Erste Automatische Gußstahlkugelfabrik Friedrich Fischer AG.

Der Erfolg rief natürlich auch Konkurrenzfirmen auf den Plan. Und innerhalb kürzester Zeit entstanden derart viele Firmen, dass das kurz FAG (für Fischers Aktiengesellschaft) genannte Unternehmen nur noch 40 Angestellte unterhalten konnte. Ein steiler Aufstieg und eine ebenso steile Pleite – das ist Wirtschaft pur. Doch immerhin hat es die FAG geschafft, bis heute zu überleben. Zwar nur unabhängig und innerhalb der Schaeffler Gruppe als Markenname des Maschinenbaukonzerns, aber es gibt sie noch. Und produziert wird bis heute noch auf dem Firmengelände von 1896 in der Nähe des Schweinfurter Hauptbahnhofs.

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