Kolumne

Fränkisch schimpfen, aber richtig – Teil 4

Von: Holger Schossig

In jeder Kultur gibt es für bestimmte Dinge auch ganz bestimmte Ausdrücke. So hat auch der Franke Wörter, die andere nicht immer kennen und verstehen. Das mag beim Schimpfen manchmal recht nützlich sein. Damit Sie in Zukunft auch mitreden und fränkische Schimpfwörter richtig deuten können, hier Teil 4 unserer Serie “Fränkisch schimpfen, aber richtig” mit 10 neuen Schimpfwörtern. Sollten Sie die ersten drei Teile verpasst haben, dann können Sie diese hier  nachlesen: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

  1. Braucht der Franke einen Handwerker und dieser verrichtet den Auftrag nicht zu dessen vollster Zufriedenheit, dann ist dieser Handwerker für den Franken ein Murkser.
  2. Frauen, deren Hinterteil etwas zu groß geraten ist, nennt man auch gerne mal Pfannakoung af zwa Baa, ins Hochdeutsche übersetzt: Eierkuchen auf zwei Beinen.
  3. Ein Pimperla ist in Franken ein sehr kleiner Mensch. Wenn dieser dann noch das Mundwerk besonders weit aufreißt, dann ist es ein Pimperlaswichtich.
  4. Ein Mensch mit einem recht großen Kopf, nennt man auch mal gerne Postwägerlasschädl.
  5. Dagegen steht das nächste Schimpfwort nicht im Zusammenhang mit der Größe des Kopfes, vielmehr mit dem Inhalt. Wenn dort nämlich nicht viel zu finden ist, dann ist das ein Priemeleskoupf.
  6. Einen Depp kennt man ja, auch einen Dorfdepp haben wir schon kennengelernt. Nun gibt es noch den Quadratdepp – muss man hier mehr dazu sagen? Das Wort Quadrat kann man aber auch vielen anderen Schimpfwörtern voranstellen. Quadratheini oder Quadratkoupf zum Beispiel.
  7. Dass viele Frauen gerne reden, das wissen wir ja. Wenn das dem Franken gegen den Stich geht, dann heißt die Frau auch gerne mal alde Ratschkattl.
  8. Das Verb sabbern verwendet man in Franken für einen Menschen, der andauernd an Dingen herum meckert und nicht still sein kann. Sabber ned so vill, heißt es dann gerne mal.
  9. Den Ausdruck Saftladen kennt man. Nein, dort gibt es keinen Saft, sondern dabei handelt es sich um einen etwas seltsam angehauchten Laden. Demzufolge ist der Saftheini ein äußerst seltsam angehauchter Heini.
  10. Zum Schluss möchte ich mich noch einmal bei den Frauen unbeliebt machen. Wenn der Franke einer Frau begegnet, die er nicht besonders attraktiv findet, dann ist das eine Schabrackn, wenn sie schon etwas älter ist, folgerichtig eine alde Schabrackn.

So, das waren wieder 10 hübsche Schimpfwörter. Dann üben Sie mal fleißig und freuen Sie sich auf den nächsten Teil.

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