Kolumne

Fancy – die 80er waren seine Zeit

Von: Holger Schossig

Wenn man heute Jugendlichen Musik aus den 80er Jahren vorspielt und dazu vielleicht noch ein Video zeigt, dann erntet man oft nur ein müdes Lächeln. Die Musik von damals war ganz anders und auch die Klamotten passen nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Wer aber diese Zeit mitgemacht hat, der wird gerne daran zurückdenken. Ich zumindest tue es. Und ich gebe auch ehrlich und offen zu, dass ich Modern-Talking-Fan war. Ebenso wie ich Fancy ganz ganz toll fand.

Fancy, auch mit über 60 noch auf den Bühnen unterwegs – Foto: www.fancy-online.net

Fancy, das sagt vielen Kindern der 80er sicherlich noch etwas. Vermutlich falle einem auch wieder die großen Hits ein, die Fancy vor allem zwischen 1984 und 1988 hatte: Angefangen von “Slice Me Nice” und “Chinese Eyes” in 1984, über “Bolero” in 1986 und “Lady Of Ice” in 1987, bis hin zu “Flames Of Love” im Jahr 1988. Alles, was danach kam, war eher nicht mehr so zeitgemäß, was sich auch an den Platzierungen in den Charts zeigte. Das Problem: Fancy blieb seiner Musiklinie treu und das kam in den 90er Jahren eben nicht mehr an. Einigermaßen erfolgreich war dann noch mal 1998 das Best-Of-Album, aber wohl auch nur deswegen, weil es ein 80er-Jahre-Revival gab. Zu dieser Zeit kamen auch viele andere noch mal kurzzeitig nach oben.

Sein erfolgreichstes Album: Flames Of Love

Auch wenn die Zeit von Fancy lange vorbei ist, ich höre ihn noch immer gerne und hab auch eine CD im Auto, bei der ich die oft doch recht sinnfreien Songs mitträllere. Auch heute noch – über 20 Jahre danach. Und ob man es glaubt oder nicht: Auch heute ist Fancy noch immer aktiv. Er tritt immer wieder auf Revial-Partys auf, und das nicht nur in Deutschland. Ich bin also doch nicht der einzige Fan 😉

Fancy wurde 1946 in München geboren. Bürgerlich heißt er Manfred Alois Segieth. Dass man mit diesem Namen die Charts wohl nur schwer erobern konnte, merkte er schon bald und gab sich den Namen Fancy, der übersetzt “toll”, “ausgefallen” aber auch “kunstvoll” bedeutet. Seine Liebe zur Musik entdeckte er schon während der Schulzeit, lernte Gitarre und schloss sich danach verschiedenen Bands an, mit denen er durch Tanzlokale tourte. Danach ging er eine Zeit lang bei Frank Farian “in die Lehre” und arbeitete als Produzent. Seine ersten Gehversuche als Sänger machte er dann unter dem Künstlernamen “Tess Teiges” mit deutschem Schlager – allerdings wenig erfolgreich. Es folgten Parodien, Travestiedarbietungen und auch Zaubereien, ehe er dann 1984 mit “Slice Me Nice” seine erste Singel herausbrachte. Die Musik passte zu den 80ern und kam beim Publikum an.

Neben seinen Auftritten, die er auch heute noch im kleinen Rahmen absolviert, ist er unter die Buchautoren gegangen und hat 2008 sein bisher letztes Album “Forever Magic” herausgebracht.

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