Kolumne

Erlangen – die Stadt der Hugenotten und der Universitäten

Von: Holger Schossig

foto-holger-26Hugenotten und Universitäten, zwei Dinge, die augenscheinlich erst mal gar nicht zusammenpassen. Doch beide sind mit dem mittelfränkischen Erlangen eng verbunden. Die Hugenotten, die im Zuge der Verfolgungen in Frankreich ab dem Jahr 1685 in benachbarte, protestantische Länder fliehen mussten, ließen sich unter anderem auch in Erlangen nieder. Und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die die zweitgrößte Uni in Bayern ist und knapp 30.000 Studenten aufweist. Zwei Drittel davon studieren in Erlangen. Sie existiert bereits seit dem Jahr 1742.

Das Schloss in Erlangen - Foto: Stadt Erlangen

Das Schloss in Erlangen – Foto: Stadt Erlangen

Doch Erlangen ist noch mehr! Erlangen ist zum Beispiel eine von acht bayerischen Größstädten, wenn auch die kleinste – aber immerhin! Erlangen gehört neben Nürnberg und Fürth zur Metropolregion Nürnberg. Erlangen ist dabei älter als die beiden Nachbarstädte. Die Stadt wurde 1002 erstmals urkundlich erwähnt (Fürth 1007 und Nürnberg gar erst 1050). Doch nicht etwa Erlangen, also die älteste der drei Städte, gewann an Bedeutung, sondern Nürnberg, was wohl auch an der sehr großen, befestigten Stadtmauer mit Burg lag.

Heute steht Erlangen oft im Schatten Nürnbergs, was man, wenn man die Stadt kennt, nicht ganz nachvollziehen kann. Viele Bewohner der Metropolregion fühlen sich in Erlangen wohler, als in Nürnberg. Viele Schlagworte bringt man mit Erlangen in Verbindung. So ist neben der Uni die Stadt auch als Fahrradstadt bekannt. Wüsste man es nicht genau, dann könnte man manchmal meinen, in Erlangen würden mehr Fahrräder als Einwohner existieren. Diese Entwicklung brachten die Studenten mit. Ab 1945 entwickelte sich die Stadt immer mehr zur Siemens-Stadt. Das Unternehmen, das durch einen Zusammenschluss von Siemens & Halske und den Siemens-Schuckertwerken entstand, siedelte sich in Erlangen neu an und baute sein Imperium auf.

Großes Gedränge auf der Bergkirchweih vor den Bierkellern - Foto: Stadt Erlangen

Großes Gedränge auf der Bergkirchweih vor den Bierkellern – Foto: Stadt Erlangen

Der Kultur- und Freizeitsektor ist reich bestückt. So gibt es in Erlangen seit dem Jahr 1755 immer an Pfingsten die Erlanger Bergkirchweih mit Volksfest und vielen Bierkellern. Seit 1979 findet zusammen mit den Städten Nürnberg, Fürth und Schwabach das Internationale Figurentheater-Festival statt. Auch der Comic-Salon, der seit 1984 alle zwei Jahre stattfindet, ist eine regelmäßige Institution. Das Erlanger Poetenfest darf nicht ungenannt bleiben und auch die lange Nacht der Wissenschaften, die immer im Oktober stattfindet, ist ein Termin, der gerne angenommen wird. Dabei öffnen die Universitäten und viele Firmen ihre Türen und Tore eine Nacht lang für die Bevölkerung und geben Einblick in interessante technische und wissenschaftliche Begebenheiten.

Sehenswürdigkeiten in Erlangen sind das Schloss mit Schlossgarten, das Markgrafentheater, Palais Stutterheim, die Bierkeller am Burgberg sowie die Burgbergkapelle, der Hugenottenbrunnen und noch vieles mehr. Nahe Ausflugsziele sind der Main-Donau-Kanal und der Dechsendorfer Weiher.

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