Kolumne

Eine Perle in Oberbayern: Naturpark Schönau

Von: Tanja Ranzinger

Der Königssee mit der Kirche Sankt Bartholomä gilt als einer der schönsten Orte Deutschlands. Er liegt eingebettet in den Naturpark Schönau. Die Gebirgslandschaft bezaubert zu jeder Jahreszeit. Im Sommer strahlt die Kirche aus satt-grünen Wiesen hervor, im Winter bieten die verschneiten Alpen einen grandiosen Hintergrund.

Der Naturpark Schönau mit Königssee und dem Örtchen Schönau – Foto: MBO163

Schönau, am Ufer des Königssees gelegen, ist Namensgeber für den Naturpark. Der See liegt in einem engen Tal, mit steilen Felswänden rings herum. Er war und ist beliebt wegen seines einmaligen Echos und der urigen Landschaft. Er gilt als der sauberste See Deutschlands. Fast könnte man meinen, man würde sich in Skandinavien befinden, er erinnert nämlich stark an die Fjorde Norwegens. Am Fuß des Watzmanns gelegen, gehört er zum Berchtesgadener Land im Regierungsbezirk Oberbayern.

Sagen und Legenden

Der Watzmann mit Frau und Kindern – Foto: MatthiasKabel

Der Watzmann und seine Nebengipfel werden als die Familie bezeichnet. Der Sage nach herrschte einst der König Watzmann über das Berchtesgadener Land. Er und seine Familie waren hart und grausam zu den Untertanen. Sie hatten kaum genug Brot, um zu überleben. Viele Gebete und Seufzer gingen zum Himmel um Gnade ,und dass der König ein Einsehen hätte oder für seine Grausamkeit bestraft würde. Eines Nachts, so die Sage, tobte ein entsetzliches Gewitter über dem Königssee. Am nächsten Tag fanden die Einwohner das Watzmann-Massiv: Der König war so hart wie sein Herz geworden und zu den Felsen des Berges erstarrt. Frau und Kinder hatten dasselbe Schicksal ereilt. Manchmal, so erzählen die alten Leute, kann man die zu Fels gewordene Familie im Sturm heulen und ächzen hören. Doch erst, wenn der Jüngste Tag kommt, wird der Engel kommen und das Flehen um Gnade des schrecklichen Königs zum Himmel tragen.

Dies dürfte eine der bekanntesten Sagen um den Königssee sein, an dessen Ufer auch der Naturpark Schönau gelegen ist.

Erdgeschichte und Klimakunde erleben

Der Jenner von Schönau aus gesehen – Foto: MatthiasKabel

Für Interessenten der Naturkunde gibt es einen Themenwanderweg. Auf fünf Kilometern Länge, bei Überwindung von nur 130 Höhenmetern kann der Interessierte quasi durch 15.000 Jahre Erdgeschichte wandern. Auf Schautafeln wird gezeigt, wie die Eiszeiten und Gletscher die Landschaft rund um den Königssee formten. Auch die Gegenwart und die Zukunft werden erläutert. Es wird die Entwicklung der Gletscher dargestellt, sowie deren Bedeutung für das Klima.

Zu einem herrlichen Rundblick über das Watzmann-Massiv, den See und den Naturpark lädt der Jenner ein. Der Berg ist 1.874 Meter hoch und sein Gipfel kann mit einer Bergbahn erreicht werden. Er ist der Hausberg des Berchtesgadener Landes. Der Fußweg von der Gipfelstation zum höchsten Punkt ist ein angenehmer Ausflug für Wanderliebhaber.

Im Naturpark Schönau ist auch der höchste Wasserfall Deutschlands, der Röthbachfall, gelegen. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber am Königssee. Der Wanderweg zu dem 470 Meter hohen Wasserfall ist vier Kilometer lang und beginnt am Übergang zwischen Königssee und Obersee.

Der Naturpark Schönau bietet für viele Interessen ein interessantes Urlaubsziel. Zu jeder Jahreszeit hat dieses Gebiet seinen ganz besonderen Reiz.

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