Kolumne

Ein griechischer Tempel in der Oberpfalz – die Walhalla

Von: Anja Bergler

foto-anja-24Die Walhalla ist schon von Weitem hoch über dem Donautal sichtbar. Nur etwa rund 10 km von Regensburg entfernt, befindet sich der prächtige Marmorbau auf dem Bräuberg im Bereich des Marktes Donaustauf. Sie ist bei Touristen ebenso beliebt, wie bei den Einheimischen und kaum mehr aus der Region wegzudenken.

Hoch über der Donau liegt die Walhalla - Foto: © Rainer Wittmann / PIXELIO

Hoch über der Donau liegt die Walhalla – Foto: © Rainer Wittmann / PIXELIO

Es gibt mehrere Möglichkeiten sich die Walhalla einmal aus der Nähe zu betrachten. Entweder man fährt mit dem Auto bis an den Parkplatz, der sich an der Hinterseite der Walhalla befindet, oder aber man steigt die 358 Stufen zu Fuß hinauf. In den Sommermonaten kann man die Walhalla auch mit dem Schiff erreichen. Walhalla bedeutet übersetzt die „Totenhalle”, laut der germanischen Mythologie wohnte hier der höchste nordgermanische Gott Odins.

Den Prachtbau ließ König Ludwig I. von Bayern in der Zeit von 1830 bis 1842 errichten. Als Vorbild diente dem Architekten Leo von Klenze das Pantheon im griechischen Athen. Der Architekt war übrigens auch noch für weitere bauten im Freistaat verantwortlich. Hierzu zählt die Glyptothek oder die bekannte Alte Pinakothek in der Landeshauptstadt München. Auch die Befreiungshalle im nahegelegenen Kelheim wurde von ihm geplant. Man merkte dem Architekten und auch dem bayerischen König Ludwig I. die Faszination für die griechische Antike an. So entstand in zwölf Jahren Bauzeit ein pompöser Tempel mit insgesamt 52 Säulen aus Marmor, die im dorischen Stil angefertigt wurden. Der Unterbau ist dreifach gestaffelt und durch mehrere Treppenläufe abgeteilt, ehe die beeindruckende, 35 Meter hohe Walhalla emporragt. Am Nordgiebel befinden sich Darstellungen der geschichtsträchtigen Schlacht im Teutoburger Wald, während am südlichen Giebel der Wiederaufbau des Deutschen Reiches nach der napoleonischen Zwangsherrschaft nachgestellt wurde.

Er ließ die Walhalla erbauen: König Ludwig I. - Foto: © Thomas Stöcker / PIXELIO

Er ließ die Walhalla erbauen: König Ludwig I. – Foto: © Thomas Stöcker / PIXELIO

Im Inneren der Walhalla sind zahlreiche Büsten und Gedenktafeln ausgestellt, die allesamt bedeutenden, deutschen Persönlichkeiten gewidmet wurden. Bereits bei der Eröffnung im Jahr 1842 konnte man insgesamt 160 Kunstwerke bestaunen. Die bekanntesten Büsten zeigen Personen wie Schiller, Lessing, Beethoven oder Bach. Als letzte Büste kam im Jahr 2003 Sophie Scholl hinzu, die als NS-Widerstandskämpferin bekannt wurde. Der Innenraum selbst wurde aus unterschiedlichstem Marmor gefertigt und bildet einen schönen Kontrast zu den Bronzeplatten an den Decken. Auch König Ludwig I. ist hier mit einem Standbild vertreten.

Die Walhalla dient als Treffpunkt für Jung und Alt. In den Sommermonaten kann dieses Ausflugsziel durchaus einmal für ein Picknick oder aber für den Blick auf einen romantischen Sonnenuntergang über das Donautal und über Regensburg genutzt werden. Bei schönem Wetter sind sogar die Alpen zu erkennen. Weitere Informationen zu den Eintrittspreisen oder Öffnungszeiten erhält man unter Walhalla-Regensburg.

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