Kolumne

Eichstätt – Europas kleinste Universitätsstadt

Von: Tilman Weigel

Nur rund 14.000 Einwohner hat Eichstätt – einschließlich aller Eingemeindungen. Damit ist Eichstätt die kleinste Stadt in Europa mit einer eigenen Universität. Rund 4.500 Studenten lernen dort an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die ihren Schwerpunkt in der kleinen Bischofsstadt hat.

Blick auf Eichstätt, mittig der Dom – Foto: Martin Geisler

Nicht nur durch die Universität ist die katholische Kirche prägend für die kleine Stadt. Von hier aus wird das Bistum Eichstätt regiert, dass neben der Region Eichstätt und Ingolstadt das südliche Mittelfranken bis nach Nürnberg und den Raum Neumarkt umfasst. Bis 1802 war Eichstätt sogar ein eigenes Fürstbistum. Der Bischof war hier – ähnlich wie in Freising, Bamberg oder Würzburg – nicht nur geistiges, sondern auch weltliches Oberhaupt.

Damit war 1802 Schluss, Eichstätt wurde bayerisch. An der Grenze von Franken, Oberbayern und Schwaben gelegen, wurden die Eichstätter in der Folge mal Franken, mal Schwaben und schließlich Oberbayern. Jahrhundertelang hatte die Stadt zum fränkischen Reichskreis gehört, doch nach der Auflösung des Altmühlkreises, dessen Sitz Eichstätt gewesen war, kam die Stadt zum Oberdonaukreis, dessen Hauptstadt ab 1817 Augsburg war. Mit der Schaffung der heutigen Bezirksstruktur 1838 wurden die Eichstätter schließlich wieder Franken und kamen an Mittelfranken. Mit der Kreisreform 1972 wurden Stadt und Landkreis dann aber dem Regierungsbezirk Oberbayern eingegliedert.

Die Eichstätter Residenz – Foto: BKLuis

Heute profitiert die Stadt stark von der Nähe zu Ingolstadt. Nirgendwo in Bayern leben so wenig Menschen von Hartz IV wie im Landkreis Eichstätt, zu dem die Stadt seit der Gebietsreform gehört. Seine Rolle als Bischofs- und Residenzstadt hat Eichstätt zudem eine für eine kleine Stadt ungewöhnlich hohe Zahl von Prachtbauten beschert, beispielsweise rund um den Residenzplatz.

Zu verdanken haben die Eichstätter das nicht zuletzt dem Dreißigjährigen Krieg. Am 12. Februar 1634 zerstörten die Schweden die heutige Innenstadt fast völlig. Erst über 100 Jahre machten sich die Eichstätter an eine grundlegende Neugestaltung. Eichstätt wurde zur Barockstadt. Dafür holte man extra Baumeister aus dem schweizerischen Graubünden.

Eine andere Attraktion findet man etwas außerhalb, den Naturpark Altmühltal. Aber der ist einen eigenen Bayern-Blogger-Beitrag wert.

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