Kolumne

Edmund Stoiber – Ein Urgestein der Politik mit einem unfreiwilligen Hang zur Komik

Von: Marlene Soff

Wer sich selbst als echter Bayer sieht, der kennt auch Edmund Stoiber. Kein anderer Politiker aus Bayern hat für so viel Wirbel gesorgt, und kein anderer Politiker hat so viele Momente des Schmunzelns und Lachens geschaffen. Doch bei all den Glanzmomenten, die Edmund Stoiber während seiner Karriere fabriziert hat, ist dieser Politiker auch ein Mensch, der mit großen Träumen und Vorstellungen in seinen politischen Alltag gegangen ist. Nun, was man auch von Edmund Stoiber als politische Figur halten mag, eines ist sicher, er hat sich einen Namen in der Welt gemacht und ist inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands bekannt.

Vom Studenten zur politischen Größe

Edmund Stoiber bei einer Wahlveranstaltung 2005.

Was den Werdegang von Edmund Stoiber angeht, so fingen die politischen Bemühungen des gebürtigen Oberaudorfers erst im Jahr 1978 an. Vorher hat er sich ganz brav als Student sein Staatsexamen geholt und sich danach erst einmal darum gekümmert, einen soliden Beruf zu erlernen, seit 1978 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Von 1978 bis 1983 ging Edmund Stoiber dann dazu über, bei der CSU als Generalsekretär zu fungieren. Nur zur Erinnerung, damals war Franz Josef Strauß noch Parteivorsitzender der CSU! Selbstverständlich ging ein derart großes Vorbild auch nicht spurlos an Edmund Stoiber vorbei. Während dieser Zeit betätigte Stoiber sich sogar als Wahlkämpfer und versuchte, bei der Bundestagswahl im Jahr 1980 Franz Josef Strauß auf den Sessel des Bundeskanzlers zu bringen. Diese Rechnung ging nicht ganz auf und der damalige amtierende Bundeskanzler Helmut Schmidt von der SPD blieb im Amt.

Edmund Stoiber im Jahr 1981 – Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F061788-0036 / Reineke, Engelbert / CC-BY-SA

Nichtsdestotrotz hat Stoiber nie seinen Glauben an das politische System verloren und sich über die folgenden Jahre weiter in vielen Belangen der CSU bemüht. Und so kam es dann, dass Edmund Stoiber im Jahr 1989 zum stellvertretenden Vorsitzenden seiner Partei ernannt wurde. 1993 wurde er schließlich bayerischer Ministerpräsident und im Jahr 1999 löste er dann auch noch Theo Waigel als Parteivorsitzender der CSU ab. Egal, welches Amt er während seiner politischen Karriere auch innehatte, immer wieder gab es kleinere und größere Skandale, die andere Politiker für eine öffentliche Abrechnung mit Stoiber nutzten. Und so kam es, wie es kommen musste, im Jahr 2007 sah sich Edmund Stoiber sowohl von den Wählern als auch von seiner Partei im Stich gelassen und legte sein Amt als Ministerpräsident nieder. Doch eines ist sicher, Edmund Stoiber hat Zeit seiner Karriere niemanden gebraucht, der ihn öffentlich bloßstellt, das hat er nämlich selbst immer am besten geschafft!

Ein Blick auf die „ges(t)ammelten Werke“ von Edmund  Stoiber

Wer sich auch nur hin und wieder mit den Äußerungen von Edmund Stoiber befasst hat, hat sicherlich den ein oder anderen Versprecher erlebt. Wir erinnern uns da nur an die „gludernde Lot“  oder auch an den „sich normal verhaltenden“ Bären Bruno, „der niemals rausgeht“ und dabei doch durch die bayrischen Wälder streifte. Selbstverständlich machte Stoiber auch vor dem Fußball nicht halt, und lobte „Ronaldinho und äh die anderen Brasilianer“ in den höchsten Tönen. So oder so, zu Lachen gab es mit Stoiber immer sehr viel und so bleibt eigentlich nur noch das passende Schlusswort: „Wir haben keine Scherben kaputtgemacht, und das meine ich wörtlich!

Und wenn Sie liebe Leser noch mal die ges(t)ammelten Werke von unserem Edi sehen möchten, dann tun Sie sich keinen Zwang an. Hier geht es zum Video.

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