Kolumne

Die Vielfalt des Steigerwaldes

Von: Karola Schmitt

Mit insgesamt 1.280 Quadratkilometern Fläche erstreckt sich der Steigerwald über alle drei fränkische Regierungsbezirke, umrahmt von den Städten Würzburg, Schweinfurt, Nürnberg und Bamberg. Im Norden stellt der Main eine natürliche Grenze dar, im Süden die Aisch, im Osten die Regnitz und im Westen wiederum der Main. Die höchste Erhebung bildet der Scheinberg mit 499 Höhenmetern. Der Steigerwald umfasst den oberfränkischen Landkreis Bamberg, die mittelfränkischen Landkreise Erlangen-Höchstadt und Neustadt an der Aisch sowie die unterfränkischen Landkreise Haßberge, Kitzingen und Schweinfurt.

Naturpark Steigerwald

Die Frankenhöhe bei Ipsheim gehört ebenso zum Steigerwald… – Foto: Simon Koopmann

Von der Ökologie her, handelt es sich beim Steigerwald um das wertvollste Laubwaldgebiet innerhalb Bayerns mit den ältesten Buchen von ganz Deutschland. Der Steigerwald bietet jedoch nicht nur eine reichhaltige Flora, sondern auch eine außergewöhnliche Fauna, vor allem was die Vogelwelt betrifft. Das Klopfen der Spechte ist in den Wäldern weit zu hören. Die alten Buchen eignen sich wunderbar für die Höhlenbauten dieser Vogelart. Flüsse und Teiche bieten für viele Amphibien ideale Bedingungen. Auf den Höhen des Steigerwaldes entspringen etliche Bäche und Flüsse, wie etwa die Aurach, die Rauhe Ebrach und die Kleine Weisach. Alle diese Fließgewässer orientieren sich in Richtung Osten zur Aisch oder fließen direkt in die Regnitz.

…wie die Haßberge, hier bei Maroldsweisach – Foto: Dark Avenger

Der Steigerwald-Panoramaweg

Mit insgesamt 160 Kilometern Länge erstreckt sich der Steigerwald-Panoramaweg von Bamberg bis nach Bad Windsheim. Die Wanderpfade führen durch saftige Wiesen, schattige Wälder und durch Städte und Dörfer mit prächtigen Fachwerkbauten und historischen Stadtkernen. Auf den Berghängen liegen entlang des Weges Weinberge und auf den Höhen bieten sich herrliche Panoramablicke hinab in die Täler. Das Beschilderungssystem gibt nicht nur in Form einer Wegekennung die Route vor, sondern erteilt zusätzlich Auskunft über die Region und interessante Örtlichkeiten. Weitere Wander- und Nordic-Walking-Wege sowie für Biker und Reiter ausgewiesene Strecken ergänzen das sportliche Angebot im Steigerwald.

Der Steigerwald als Urlaubsregion

Endpunkt des Steigerwald-Panoramaweges: Bad Windsheim – Foto: Dr. Volkmar Rudolf

Als typisches Urlaubsgebiet kann man den Steigerwald zwar nicht bezeichnen, doch wer Natur, Erholung und Kultur sucht, ist in den Regionen des Steigerwaldes genau richtig. Zahlreiche Burgen, Schlösser, Ruinen, Klöster und Kirchen warten darauf, im Detail begutachtet zu werden. Darüber hinaus stehen noch etliche Museen zur Besichtigung zur Auswahl, wie etwa das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim, das Einblicke in das Leben der Bevölkerung der letzten 700 Jahre gewährt. Von besonderem Interesse ist dabei die historische Kräuter-Apotheke mit Laboratorium und Kräuterkammer zum Schnuppern. Das Freizeitland Geiselwind mit seinen Fahrattraktionen, Freigehegen, Live-Shows und dem Streichelzoo bietet vor allem Familien ein abwechslungsreiches Programm.

Weinland Steigerwald

Im Westen auf den abfallenden Hängen in Richtung Main dominieren im Landschaftsbild die mit Reben bepflanzten Weinberge. Der Frankenwein ist sehr mineralstoffhaltig mit einem würzigen Geschmack. Die Bodenbeschaffenheit und das am Main vorherrschende milde Klima sind die Grundlage für den erfolgreichen Weinanbau. Übrigens verläuft die „Fränkische Bocksbeutelstraße“ zum Teil durch den Steigerwald.

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