Kolumne

Die Steinachklamm – Natur von ihrer schönsten Seite

Von: Jan Sievert

Ein enges Tal, am Grund ein sich sanft schlängelnder Bach und rechts und links meterhohe Felswände. Das kann ja nur irgendein Alpental sein, wird sich der ein oder andere denken – aber Nein! Hierbei handelt es sich um die Steinachklamm, ein Felsendurchbruch der Steinach im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Für viele ist es das eindrucksvollste Naturdenkmal des Landkreises, und in der Tat besticht die wildromantische Steinachklamm wie das gesamte Steinachtal mit ihrer Schönheit. Wie die kleine Steinach die meterhohe Quarzwand durchbrach, lief nach der Sage im Volksmund wie folgt ab:

Die Steinachklamm im hinteren Steinachtal – Foto: Benreis

Der germanische Gott Thor löste das Problem. Auf seinem Bockgespann brauste er durch die Lüfte und traf vor der großen Felswand auf die verzweifelte Steinach, die ihn bat, ihr den Weg zu bahnen. Da schleuderte Thor seinen Hammer gegen den Fels, die Steine brachen und gaben den Weg frei. Zum Dank dafür trieb hinfort der Bach den nahen, von Thor errichteten Waffenhammer mit seinen großen Radschaufeln, die in der Hütte die riesigen Schmiedehämmer bewegten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich der Bach in den vergangenen Jahrtausenden stetig, Zentimeter für Zentimeter durch das Gestein fraß. 😉

Um 1000 diente der Durchbruch bereits als natürliche Grenze zweier Waldstücke. Bis heute behielt die Felsformation diesen Status und stellt sogar die Gemeindegrenze zwischen Stadtsteinach und Pressig dar.
Wenn es bald wieder wärmer wird und die Natur in voller Pracht grünt und blüht, dann würde sich eine kleine Wanderung im Steinachtal doch hervorragend anbieten. Zwischen den mächtigen Felsen am Bachufer hindurchzulaufen ist wirklich ein tolles Erlebnis. Nicht umsonst zählt die Steinachklamm zu einem der schönsten Geotope Bayerns!

1 Kommentar zu Die Steinachklamm – Natur von ihrer schönsten Seite

  1. “Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich der Bach in den vergangenen Jahrtausenden stetig, Zentimeter für Zentimeter durch das Gestein fraß.”

    Kann doch gar nicht sein!
    Ich lass´mir die Geschichte mit Thor nicht kaputtmachen! ;D

    Vielen Dank für den schönen Wandertipp!
    Gruß, Christian Lauw

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