Kolumne

Die Schorschbräu – klein aber oho!

Von: Jan Sievert

Nur eine halbe Autostunde von Nürnberg entfernt liegt, idyllisch im fränkischen Seeland, die Stadt Gunzenhausen mit ihrem Ortsteil Oberasbach, der etwas ganz Besonderes beherbergt. Denn genau dort beschloss Georg “Schorsch” Tscheuschner 1996 in Zeiten des sinkenden Bierkonsums mit einer kleinen aber feinen Brauerei das fränkische Brauhandwerk aufrecht zu erhalten und handwerklich einwandfreie Bierspezialitäten herzustellen. Die Schorschbräu war geboren.

Welches Bier darf´s denn sein?

Das Augenmerk seiner Produktion legte Georg Tscheuschner auf Starkbiere, in die er “die ganze Kraft Frankens packt” wie er es auf der Brauerei-Homepage ausdrückt. Und das schmeckt und spürt man auch! Selbstverständlich sind alle Biere des Hauses nach dem deutschen Reinheitsgebot, jedoch mit speziellen Bierhefen, viel Malz und mindestens vier monatiger Lagerung gebraut, wodurch die hohen Alkoholgehalte erreicht werden.

Die schwächsten Biere aus dem Hause der Schorschbräu sind mit jeweils 13 % Alkoholgehalt und 25 % Stammwürze das “Schorschweizen“, der “Schorschbock” und der “Schorschbock ICE“. Der ein oder andere wird sich hier denken: “Was, ein Bier mit 13% ? Das gibts doch gar nicht, und vor allem ist das doch kein Bier mehr!” Doch, das geht, und ja, es ist auch nur durch einen gewöhnlichen Brauprozess entstanden, der anders als bei anderen Brauereien bei etwa 5 % aber nicht abgebrochen wurde.

Das stärkste Bier der Welt: der Schorschbock

Aber bei 13 % ist noch lange nicht Schluss – nicht bei der Schorschbräu! Weiter gehts mit der 16 %-Alkohol und 32 %-Stammwürze Variante des Schorschbocks und des Schorschweizens, die jeweils zu den stärksten Lager- bzw. Weißbieren der Welt gehören.

Hier kommt der oben beschriebene Brauprozess dennoch an seine Grenzen, aber bereits bei 16 % Alkohol aufgeben? Niemals! Abhilfe verschafft das Jahrhunderte alte Eisbock-Verfahren, bei dem das Bier heruntergekühlt und das entstehende Eis entfernt wird, so dass nur noch konzentriertes, aromareiches Eisbock-Bier zurückbleibt. Und so gelang es Braumeister Schorsch ein Bier mit 32 % Alkohol herzustellen, das definitiv das stärkste Bier der Welt ist. Nein, war! Denn ein schottisches Bier übertraf mit 41 % dieses Bier Anfang 2010 noch an Alkoholgehalt. Doch das war für die mittelfränkische Extrembrauerei nur ein weiterer Ansporn, so dass sie im Mai 2010 einen Bock mit 43 % auf den Markt brachten und somit den Rekord des stärksten Bieres wieder dorthin brachten, wo er hingehört – nach Franken!

Wer trotz der likör- bzw. schnapsähnlichen Alkoholkonzentrationen in den Bieren Interesse an den Meisterwerken der Schorschbräu bekommen hat, kann diese im Internet in diversen Shops erstehen, denn im Laden werden sie diese Biere wohl kaum finden. Dennoch, gerade passionierte Bierfans sollten sich diese Spezialitäten trotz der hohen Preise nicht entgehen lassen. In diesem Sinne: Prost!

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