Kolumne

Die Plassenburg – Groß. Imposant. Kulmbach.

Von: Sebastian Herbst

Wer Kulmbach besucht, sieht sie schon von Weitem über der Stadt thronen – erhaben und groß: Die Plassenburg. Wie kein anderes Gebäude prägt sie noch heute das Stadtbild, als wache sie seit Jahrhunderten über die heimliche Hauptstadt des Bieres.

Die Plassenburg in ihrer ganzen Pracht – Foto: Diabas

Seit vielen Jahrhunderten! Genauer gesagt, seit 1135. Damals wurde nämlich die Plassenburg erstmals urkundlich erwähnt, auch wenn sie zu dieser Zeit wohl noch ein deutlich bescheideneres Erscheinungsbild hatte. Um 1230 folgte dann erstmals ein größerer Ausbau, der sie vom Status einer Ministerialen- in den einer Dynastenburg erhob. Dieser Ausbau zahlte sich 200 Jahre später auch aus, als es dem Hartung von Egloffstein im Jahre 1430 gelang, die Plassenburg gegen angreifende Hussiten zu verteidigen. Wohl auch in Erinnerung an diese Schlacht, bemühte man sich ab 1530 zusehends darum, die Festung mit Geschützrondellen gegen Feinde abzusichern. Diese prägen bis heute die äußere Erscheinung der Plassenburg.

Der Innenhof der Plassenburg – Foto: Gunter Wielage

Rund 20 Jahre später holte man sich aus Italien einen Festungsbauspezialisten sowie eine große Zahl italienischer Maurer, die einen Großteil der äußeren Ringmauern sowie drei Bastionen errichteten. Ob sich diese Investition lohnte, ist eine andere Frage – bereits vier Jahre später wird die Plassenburg trotz dieser Verteidigungsmaßnahmen am Ende des Bundesständischen Krieges zerstört. Kulmbach hatte das Bild einer über der Stadt wachenden Ruine jedoch nicht allzu lange zu tragen: 1562 wurde bereits der Kulmbacher Baumeister Caspar Vischer mit dem Wiederaufbau der Plassenburg beauftragt. Er war es auch, dem die Festung den heutigen Renaissancestil zu verdanken hat.

Seitdem ist es ruhiger geworden um die Burg, die heute zu den imposantesten Anlagen in ganz Deutschland zählt. Sie war für das gesamte Land Vorbild in Sachen Festungsbau und ist eines der größten Gebäude, das jemals in Deutschland während der Renaissance erbaut wurde. Heute ist sie vor allen Dingen Standort für eine Menge Museen: Da wären die Staatlichen Museen Plassenburg mit dem Armeemuseum Friedrich der Große und dem Museum Hohenzollern in Franken, das Landschaftsmuseum Obermain und natürlich nicht zu vergessen das Deutsche Zinnfigurenmuseum mit der größten Sammlung der Welt. Zudem wird der schöne Hof für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte genutzt. Wer will, kann sich aber auch einfach nur auf eine Zeitreise begeben – mit einer Führung durch die historische Burganlage.

Die Plassenburg bei burgen-und-schlösser.net

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