Kolumne

Die KZ-Gedenkstätte in Dachau – Ein Zeugnis der Grausamkeiten

Von: Marlene Soff

Das Wort Konzentrationslager löst wohl in jedem Deutschen eine Vielzahl von Gefühlen aus, die sich nicht einmal annähernd beschreiben lassen. Auch wenn die meisten von uns nichts mehr mit den Gräueltaten von damals zu tun haben, regt sich doch in gewisser Weise bei jedem Deutschen das schlechte Gewissen. Es steht zwar im Grunde genommen außer Frage, dass die Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg jemals vergessen werden könnten, nichtsdestotrotz ermahnt die KZ-Gedenkstätte in Dachau zur stetigen Wachsamkeit und dient zudem als Informationsquelle für zukünftige Generationen. Ein Besuch sollte für jeden Deutschen Pflicht sein und auch für Menschen aus anderen Ländern der Welt ist es ratsam, sich bei Gelegenheit über die Einzelheiten der Nazizeit einen Überblick zu verschaffen. Schließlich waren Adolf Hitler und sein Gefolge einfach unbeschreiblich kreativ, wenn es darum ging, Menschen wie den letzten Dreck zu behandeln!

Zu Besuch in der „Schule der Gewalt“

Die KZ-Gedenkstätte Dachau heute – Foto: Wolfgang Manousek, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Wer sich dazu entscheidet, die KZ-Gedenkstätte in Dachau zu besuchen, hat sich damit sicherlich nicht die schönste Freizeitbeschäftigung ausgesucht. Und doch wird man diesen Tag sicherlich so schnell nicht vergessen! Als sich die Verantwortlichen im Jahr 1965 dazu entschlossen, den einstigen Ort des Grauens in eine Gedenkstätte zu verwandeln, wollte man die Schandtaten, die an diesem Ort geschehen sind, so eindrucksvoll wie möglich darstellen. Aus diesem Grund kann man in der KZ-Gedenkstätte unzählige Bilder sehen, die dem Bösen wahrlich ein Gesicht geben. Vielen Menschen wird beim Anblick der Fotografien und Ausstellungsstücken erst so richtig bewusst, welch unmenschliche Taten hinter den Mauern jenes Gebäudes und vieler ähnlicher Einrichtungen überhaupt geschehen sind.

Der weltbekannte Spruch, der keiner Erklärung bedarf – Foto: Tatjana8047, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Von den Nazis als „Schule der Gewalt“ bezeichnet, galt das Konzentrationslager in Dachau als Vorreiter für die systematische Vernichtung von Juden und so starben dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 40.000 Menschen. Dem Tod vieler Häftlinge ging dabei eine lange Zeit der Folter voraus, die jeden Horrorfilm in den Schatten stellt. Ebenso erschreckend und verstörend sind die zahlreichen Berichte von Überlebenden, welche man in den Hallen der Gedenkstätte nachlesen kann. Und so wundert es natürlich niemanden, dass unter den Besuchern, die den Ort des Grauens wieder verlassen, niemand auch nur den Hauch eines Lächelns auf dem Gesicht hat. Ganz im Gegenteil! Viele Leute gehen mit Tränen in den Augen aus dem ehemaligen Konzentrationslager und fragen sich dabei, wie man Menschen so etwas antun kann. Und eben diese Frage ist es, die in den Köpfen der Menschen verbleibt und dort hoffentlich den Weg in eine bessere Zukunft ebnet!

Ein Mahnmal für die Menschlichkeit

Häftlinge bei Ihrer Befreiung am 29. April 1945

Im Grunde genommen lässt sich nicht in Worte fassen, was die Menschen, die einstmals Häftlinge im Konzentrationslager in Dachau waren, erlebt oder auch überlebt haben. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass all die Abscheulichkeiten niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Und so lassen sich die Verantwortlichen auch stets zum Jahrestag der Befreiung aus dem Konzentrationslager besondere Ausstellungen oder Veranstaltungen einfallen, um zum einen den Opfern zu gedenken und zum anderen den Funken der Erinnerung wachzuhalten. So wird in 2011 das „Gedenkbuch für die Toten des Konzentrationslagers Dachau“ präsentiert. In diesem Buch werden die Namen von mehr als 33.000 Opfern genannt, für die das KZ in Dachau zur Endstation wurde. Ein Mahnmal, welches keiner weiteren Erklärung bedarf!

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