Kolumne

Die Höllentalklamm – Höllisch imposant

Von: Michael Neißendorfer

Es ist Sommer in Bayern. Die letzten Nebelfetzen weichen den wärmenden Sonnenstrahlen. Trotzdem steigen Wanderer in Regenjacken und warmen Fleecepullis zur Höllentalklamm hinauf. Sie wissen, was sie erwartet: Ein tosender Gebirgsbach, der sich tief eingeschnitten ins Bergmassiv Richtung Tal stürzt. Der den Bach begleitende Weg, der teils durch den Fels getrieben wurde, ist eng und nass, dafür aber im Sommer herrlich erfrischend – und ein Naturschauspiel der besonderen Art.

Imposant und nur im Sommer zu besuchen: die Höllentalklamm – Foto: Christian Nawroth

Vor knapp 100 Jahren wurde die Höllentalklamm bei Garmisch-Partenkirchen touristisch erschlossen, seitdem kann man am Hammersbach entlang zum Höllental wandern, und von dort weitere Ziele angehen. Die imposante Klamm selbst ist bis zu 150 Meter tief, bei gerade einmal zwei bis fünf Metern Breite. Auf knapp 800 Metern führt der Weg an zahllosen Wasserfällen und riesigen Fels- und Eisbrocken vorbei, über zahllose Stege und Brücken und durch spärlich beleuchtete Tunnel.

Der Aufstieg zur bewirteten Höllentalangerhütte dauert etwa zweieinhalb Stunden. Im Winter, bis etwa Mitte Mai, ist die Klamm geschlossen. Auch die Hütte ist nur im Sommer bewirtschaftet, da im Winter die Lawinengefahr im schmalen Taleinschnitt unterhalb der Zugspitze zu hoch ist. An der Hütte verzweigt der Weg in verschiedene Steige, die in Richtung Zugspitze, Osterfelderkopf (Rinderweg zur Alpspitzbahn) und Alpspitze oder auf weitere anspruchsvolle Ziele des Wettersteingebirges führen.

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