Kolumne

Die Frauenkirche in Günzburg beherbergt wahre Schätze

Von: Marcus Schweizer

Auch wenn immer wieder davon die Rede ist, eigentlich stimmt es nicht ganz, dass die Frauenkirche in Günzburg aus der Zeit des Rokoko stammt. Zwar ist der Bau im Jahr 1780 fertiggestellt worden, doch ursprünglich bestand sie schon vor dem Jahr 1735. In diesem Jahr wurde die Kirche zerstört und nur ein Teil des Turmes blieb erhalten. Gleich im nächsten Jahr, 1736, entschied sich der Magistrat mit der Beauftragung des Baumeisters Dominikus Zimmermann für einen Wiederaufbau.

Prachtvoller Innenausbau – Foto: KlausF, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Doch die damaligen Zeiten erlaubten es nicht, dass der Bau zügig vorankam. Der Erbfolgekrieg verschlang die Finanzen. Erst ab 1757 konnte der Innenausbau erfolgen und 23 Jahre später war die Kirche fertig. Für 5,5 Millionen Euro wurde die Kirche dann zwischen 1993 und 2002 saniert und in den heutigen Zustand gebracht. Die Investitionen des Fördervereines, die durch Spenden aufgebracht werden konnten, haben die Kirche zu neuem Glanz verholfen.

Der Innenausbau der Frauenkirche in Günzburg ist schon sehr imposant. Die Ecken sind abgerundet und der Besucher erhält den Eindruck eines ovalen Baus. Die Decken und Wände zieren Fresken mit detaillierten Malereien und Kunstwerken. So sind die Brunnenschalen geprägt von dem Weltbild dieser Zeit. Die vier unterschiedlichen Kontinente sind in Form von Menschen aus diesen Kontinenten, Amerika, Europa, Afrika und Asien dargestellt. Die verschiedenen Figuren rechts vom Eingang an den Seitenwänden und am Altar schmücken die Wände in Rosa, die durch goldfarbene Verzierungen unterstrichen werden. Links befindet sich eine Kanzel, die ebenfalls reich verziert ist. Typisch für den Stil des Rokoko. Die Kirche ist sicherlich einen Besuch wert und es lohnt sich, sich etwas Zeit für den schönen Innenausbau zu nehmen.

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