Kolumne

Die Fränkische Schweiz – Höhlen, Burgen und eine atemberaubende Landschaft

Von: Eranie Funderburk

foto-eranie-23Berge, Felsen, Höhlen, Seen und Flüsse, verziert mit prachtvollen Bauten wie Burgen und Kirchen – das alles ist die Fränkische Schweiz. Sie beginnt nördlich von Forchheim und reicht bis kurz vor Bayreuth. Nicht nur ein Naherholungsgebiet für die fränkische Bevölkerung, sondern ein Urlaubsziel für viele Touristen aus dem In- und Ausland.

Die Entstehung der Fränkischen Schweiz

Das Wiesenttal - Foto: © Hartmut910 / PIXELIO

Das Wiesenttal – Foto: © Hartmut910 / PIXELIO

Etwa vor 161 bis 150 Millionen Jahren entstand die Fränkische Schweiz, die ursprünglich das Muggendorfer Gebürg hieß und ca. im 19. Jahrhundert auf ihren heutigen Namen getauft wurde. In der Zeit des Weißen Juras war Süddeutschland von einem Flachmeer bedeckt. Viel Gestein sank auf den Meeresgrund und so entstanden die typischen Kalk- und Dolomitenformationen, die diese Gegend geprägt haben. Noch heute kann man in der Kalksteinschicht die verschiedensten Fossilien finden. Während der Kreidezeit wurde aus diesem Gebiet Festland. Ein tropisches Klima sorgte dafür, dass das im Weißen Jura entstandene Gestein verwitterte. Etwa vor 99,6-65,5 Millionen Jahren bedeckte das Meer erneut das Gebiet der heutigen Fränkischen Schweiz. Man nannte diese Zeit Oberkreide. Vor 65 Millionen Jahren dann folgte das Tertiär und das Meer zog sich aufgrund von regionalen Erhebungen zurück und so wurde die Juralandschaft freigelegt. Bis heute sind Berge, Felsen und Höhlen charakteristisch für dieses Gebiet. Diese Region wird auch zum nördlichen Teil der Fränkischen Alb gezählt.

Auf dem Walberla - Foto: © Oliver Mohr / PIXELIO

Auf dem Walberla – Foto: © Oliver Mohr / PIXELIO

Wandern, Klettern und mehr

Das „Walberla“, welches offiziell Ehrenbürg heißt, wurde bereits 1.000 Jahre v. Chr. besiedelt. Es ist mit 531 Metern der höchste Berg der Fränkischen Schweiz. Die Anlagen der Kelten, die etwa 500 v. Chr. Dort ansässig waren, kann man nach wie vor gut erkennen. Der Name „Walberla” wurde dem Berg aufgrund der Walburgiskapelle verliehen. Erwähnt wird die Kapelle erstmals in einer Urkunde von 1360. Jeden ersten Sonntag im Mai wird oben auf dem Berg das „Walberlafest” eingeläutet. Auch wachsen auf diesem Berg seltene Pflanzen. Aus diesem Grund steht der Berg unter Naturschutz. Bei Pottenstein findet man die Hohenmirsberger Platte, im Affaltertal den Spiegelfels und den Pfarrfelsen, den Wichsenstein in Gößweinstein, die Kleine Kulm bei Körbeldorf, den Graubühl bei Creußen und den Signalstein bei Obertrubach. Natürlich gibt es noch viele weitere schöne Gebirgs- und Felsformationen, die man besuchen kann.

Wegen der vielen Berge und Felsen zählt die Fränkische Schweiz zu den schönsten Klettergebieten der Welt. Rotpunkt-Klettern und viele verschiedene Routen laden zu herrlichen Kletterpartien ein. Besonders beliebt sind das Walberla, das Aufseßtal, das Leinleitertal, das Trubachtal und das Wiesenttal.

Die Höhlen der Fränkischen Schweiz

Ein weiteres Highlight sind die vielen Höhlen und Grotten der Fränkischen Schweiz. Die größte ist die Teufelshöhle nahe Pottenstein. Die Gesamtlänge der Teufelshöhle beträgt etwa 3.000 Meter. 800 Meter können bei Führungen besichtigt werden. Das sogenannte „Tor zur Unterwelt” befindet sich in etwa 400 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Die Binghöhle bei Streitberg ist eine Tropfsteinhöhle und kann seit 1834 von Touristen besucht werden. Nahe der Burg Rabenstein, befindet sich die Sophienhöhle. Auch hier handelt es sich um eine Tropfsteinhöhle, die seit 1971 elektrisch beleuchtet wird und in der seit 2008 regelmäßig Multimediashows stattfinden. Natürlich sind das nicht die einzigen sehenswerten Höhlen, die es in der Fränkischen Schweiz zu finden gibt. Auch die Rosenmüllershöhle, die Zoolithenhöhle, die Hasenlochhöhle und viele weitere sind für Besucher geöffnet.

Die Ruine Neideck bei Streiberg - Foto: © Hartmut910 / PIXELIO

Die Ruine Neideck bei Streiberg – Foto: © Hartmut910 / PIXELIO

Wer das Wasser liebt, wird in der Fränkischen Schweiz so einiges für sich entdecken können. Der Hauptfluss der Fränkischen Schweiz ist die Wiesent. Sie ist 78 Kilometer lang, entspringt in Steinfeld und mündet bei Forchheim in die Regnitz. Ihre Nebenflüsse heißen Ailsbach, Aufseß, Kainach, Leinleiter, Püttlach und Trubach. Viele Kanufahrer lieben es auf der Wiesent zu fahren, doch auch Angler haben hier ihren Spaß. Bachforellen, Regenbogenforellen und Äschen gibt es hier zuhauf. Das Wasser ist sauber und das Ökosystem noch absolut unversehrt.

Unzählige Burgen und die Burgenstraße

Aufgrund der vielen Berge und Täler sind viele Burgen und Schlösser in der Fränkischen Schweiz gebaut worden. Die berühmte Burgenstraße verläuft durch dieses Gebiet. Besuchen kann man viele der insgesamt 170 Stück. Davon sind allerdings nur noch 39 bewohnbar. 12 davon sind nur noch Ruinen. 15 Schlösser sind in Tälern oder auf ebenen Hochflächen zu finden. Zu den bekanntesten Bauwerken und Ruinen zählen die Burgruine Neideck, Burg Eggloffstein, Burg Pottenstein, Burg Rabenstein, Burgruine Streitberg und Burg Gößweinstein.

Neben den Burgen zählen auch viele Kirchen zu den schönsten Bauwerken der Fränkischen Schweiz. Die Dreifaltigkeitsbasilika in Gößweinstein ist die berühmteste Kirche. Auch Wehrkirchen sind bedeutsame Überbleibsel der Vergangenheit.

Typisches Dorf in der Fränkischen, hier: Bärnfels - Foto: © Hartmut910 / PIXELIO

Typisches Dorf in der Fränkischen, hier: Bärnfels – Foto: © Hartmut910 / PIXELIO

Zur Fränkischen Schweiz gehören die Landkreise Bamberg, Bayreuth, Forchheim und Lichtenfels. Das Fränkische-Schweiz-Museum befindet sich in Tüchersfeld. In 43 Räumen kann man sich über die Entstehung dieses Gebiets, das Leben der Menschen und deren Kultur informieren.

Touristisch erschlossen wurde die Fränkische Schweiz Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor allem die Höhlen waren von Anfang an die magischen Anziehungspunkte für Jung und Alt. Am 01. Juni 1891 wurde die Eisenbahnstrecke Forchheim – Ebermannstadt eingeweiht. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Eisenbahnnetz im gesamten Gebiet ausgebaut und so noch leichter für die Besucher erreichbar. 1901 nahm sich der Fränkische-Schweiz-Verein dem Aufbau von Straßen an und so gelangen seitdem viele Menschen in die Fränkische Schweiz. Wundervolle Landschaften, herrliche Wanderwege, leckere fränkische Speisen und natürlich das berühmte dunkle Bier laden recht herzlich ein die Fränkische Schweiz mit allen Sinnen zu genießen.

5 Kommentare zu Die Fränkische Schweiz – Höhlen, Burgen und eine atemberaubende Landschaft

  1. Der höchste Berg der Fränkischen Schweiz ist nicht das Walberla sondern die Hohe Reuth bei Spies mit 635 m, gefolgt vom Kleinen Kulm bei Körbeldorf mit 626 m.

  2. Holger Schossig // 28. September 2010 um 16:20 //

    Vielen Dank für den Hinweis, aber auch das ist nicht ganz richtig. Unsere Redakteurin hat noch mal alles umgekrempelt und festgestellt, dass der höchste Berg der Ossinger bei Königstein mit 653 Meter ist. 😉

  3. Knapp daneben. Der Ossinger liegt nicht in der Fränkischen Schweiz sondern im Gebiet “Oberpfälzer Jura” und ist dort der zweithöchste Berg. Nachzulesen unter anderem auf der Hompage von Königstein (Markt-Koenigstein.de), Angaben zur Hohen Reuth auf http://www.betzenstein.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/betzensteiner-superlative.html

  4. Holger Schossig // 30. September 2010 um 22:04 //

    Mmhhh, da scheint es dann wirklich widersprüchliche Angaben zu geben, denn wir haben die Quelle des Naturparks Fränkische Schweiz genutzt: http://www.naturpark-fraenkische-schweiz.de/taeler.htm

  5. Rhytmus // 1. Mai 2012 um 10:07 //

    Wir suchen einenen Urlaubsort mit Pferden für die Töchter ! Gibt’s hier sowas?

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