Kolumne

Die Burgruine Leuchtenberg – ein kultureller Schauplatz

Von: Anja Bergler

Befährt man die B22 von Weiden in Richtung Cham, kann man sie bereits von Weitem erblicken – die Burgruine Leuchtenberg, die schönste noch erhaltene Burgruine der Oberpfalz. Hier ragt sie auf einer 573 Meter hohen Granitkuppe empor. Die Marktgemeinde Leuchtenberg selbst ist recht beschaulich und es scheint, als wären die umliegenden Häuser unmittelbar mit der Ruine verbunden. Zahlreiche Anwesen reichen bis zur Festung hin und bilden zusammen mit den Flüssen Lerau und Luhe, die sich hier ihren Weg bahnen, eine malerische Gesamteinheit.

Die Grundmauern erzählen eine lange Geschichte

Die Burg Leuchtenberg ist gut erhalten – Foto: Horst Dürbeck

Errichtet wurde die Akropolis der Oberpfalz, wie sie landläufig genannt wird, nach Schätzungen im 10. bzw. 11. Jahrhundert. Die Burg selbst, die nach Überlieferungen über zahlreiche Tore verfügte, wird auch jetzt noch von einem 24 Meter hohen Bergfried überragt, den man zwischenzeitlich durch eine nachträglich angebrachte Treppe sogar gefahrlos besteigen kann. Ist man oben auf der viereckigen Plattform angekommen, bietet sich einem ein wunderschöner Blick auf den gesamten Oberpfälzer Naturpark.

Im 13. Jahrhundert wurde eine Burgkapelle erbaut, die über einen gotischen Chorraum verfügte und für die damaligen Verhältnisse durchaus als nobel und sehr mondän zu bezeichnen war. Erbauer war hier das in der Gegend mächtige und einflussreiche Geschlecht der Leuchtenberger, die unter anderem auch im Besitz der nicht weit entfernten Burg Wernberg waren. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es zahlreiche geheimnisvolle Sagen und schaurige Geschichten rund um das Gemäuer der Burg Leuchtenberg und um deren Besitzer gibt. Im 17. Jahrhundert ging der Besitz der Familie an den Freistaat über. Es folgten Plünderungen während des 30-jährigen Krieges und ein Brand im Jahr 1842, bei dem der Bergfried einstürzte. Doch dieser wurde wieder aufgebaut und der drohende Verfall konnte durch entsprechende Mittel verhindert werden.

Die Burgruine Leuchtenberg als Theaterkulisse

Auch bei Nacht imposant – Foto: Horst Dürbeck

Mittlerweile hat sich die Burgruine auch wieder mit Leben gefüllt. Dies wird besonders in den Sommermonaten deutlich, wenn die über die bayerischen Grenzen hinaus bekannten Burgfestspiele in der traumhaften Burgruinenkulisse stattfinden. Diese Veranstaltungen werden seit 1982 regelmäßig veranstaltet. Der Festspielplan geht von Juni bis September und zieht mit seinem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm in einer Saison weit über 30.000 Schauspielgäste an.

Eine spannende Besichtigung der alten Burggemäuer

Von April bis Oktober sind allerdings auch Burgbesichtigungen möglich, die durch den Spielplan jedoch etwas eingeschränkt sind. Auch in der Weihnachtszeit ist die Burg Leuchtenberg ein wahrer Publikumsmagnet. Am 3. Adventssonntag findet hier eine romantische Burgweihnacht statt, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Wer Kultur mit Geschichte und Natur verbinden möchte, der kommt auf der Burgruine Leuchtenberg und der beispiellosen Umgebung ganz bestimmt auf seine Kosten.

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