Kolumne

Deutschlands zweitgrößter Verkehrsverbund

Von: Tilman Waigel

Rund 14.000 Quadratkilometer betragen die Ausmaße des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg. Damit ist der VGN von der Fläche her nach dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg der zweitgrößte Verbund in Deutschland und der größte in Bayern.

Wo dieses Zeichen auftaucht, ist der VGN zugegen.

Alle sieben Regierungsbezirke umfasst der Verbund, darunter gesamt Mittelfranken und große Teile Oberfrankens und der Oberpfalz. Die Nürnberger hatten sich viel Zeit gelassen. Erst 1987 ging der VGN an den Start, über 20 Jahre nachdem in Hamburg der erste deutsche Verbund gegründet worden war. Dafür sollte es von Beginn an etwas Großes werden. Alle fünf Oberbürgermeister der kreisfreien mittelfränkischen Städte und zehn Landräte aus Mittelfranken und der Oberpfalz saßen deshalb bei der Unterzeichnung mit am Tisch.

Anfang der 1970er Jahre hatte ein Erlangener, der mit dem Bus zum Bahnhof, von dort zwei Stationen mit dem Zug nach Nürnberg und dann weiter mit der Straßenbahn fuhr, drei Tickets gebraucht. Eines für den Bus in Erlangen, eines für die Züge der Bundesbahn und eines für die Straßenbahn. Ab 1978 gab es auf ausgewählten Linien immerhin einen Übergangstarif von der Bahn zur U-Bahn.

Die Nürnberger U-Bahn ist ein Teil des VGN – Foto: Jcornelius (talk), http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Heute reicht das VGN-Gebiet bis Bamberg und Bayreuth im Nordosten bis ins schwäbische Otting und vom unterfränkischen Kitzingen im Nordwesten bis nach Painten in Niederbayern. Unzählige Buslinien, 28 Regional-, drei U- und vier S-Bahnlinien gibt es nun, auch wenn der Start der neuen S-Bahn-Linien Ende 2010 eher holprig verlief. Und mit der U1 gibt es im VGN eine der wenigen U-Bahnlinien in Deutschland, die gleich zwei Großstädte durchfährt. Erst gewöhnen mussten sich die Nürnberger dagegen an die U3, die, wie mittlerweile auch die U2, computergesteuert und fahrerlos durch die Unterwelt fährt – als erste führerlose U-Bahn Deutschlands.

Ein Wermutstropfen aber bleibt. Auch wenn der VGN flächenmäßig  Bayerns größter Verkehrsverbund ist, nach Fahrgästen ist er nur die Nummer zwei hinter dem Münchner MVV.

2 Kommentare zu Deutschlands zweitgrößter Verkehrsverbund

  1. Armin Wälzlein // 30. August 2012 um 18:57 //

    Welche 2??????? Großstädte meint der Autor, in der die U-Bahn in Franken fährt? Ich hoffe doch, dass dieser nicht deas kleine Anhängsel der Weltstadt Nürnberg meint! Ist ja wohl dann doch nur als Spass (oder Versehen) dem Verfasser zugebilligt!

  2. Holger Schossig // 30. August 2012 um 19:01 //

    Hallo Armin,

    natürlich meint er Fürth! Fürth ist mit über 108.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt in Bayern, ist damit Großstadt und hat eine U-Bahn. Was ist daran falsch?

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