Kolumne

Dettelbach – Wein und Wallfahrt

Franken ist immer eine Reise wert. Wer’s romantisch mag, besucht einmal Dettelbach, eine unterfränkische Stadt im Landkreis Kitzingen.

Dettelbach ist Weinort, mittelterliche Romantik mit einer gut erhaltenen Stadtmauer und vielen kleinen Türmen und zudem Wallfahrtsort, denn die Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ ist seit fünfhundert Jahren Ziel zahlreicher Wallfahrten, die alljährlich zum Teil als Fußwallfahrten dorthin unternommen werden.

Wallfahrten als gute Tradition
 In vielen Orten liegt einer solchen Wallfahrt eine jahrhundertlange Tradition zugrunde. Früher war oft die Errettung von der Pest der Grund für das Versprechen einer jährlichen Wallfahrt nach Dettelbach.
Die Grundlage für die  Wallfahrtskirche in Dettelbach geht zurück auf ein Ereignis im Jahr 1505. Damals gelobte ein Schwerverletzter, der sich seine Verletzungen im Rahmen einer Wirtshausschlägerei zugezogen hatte, eine Wallfahrt zum Muttergottesbildstock östlich von Dettelbach zu machen. Tatsächlich verheilten seine Verletzungen nach der Wallfahrt.  Da an dieser Stelle auch andere, von Krankheiten geheilt wurden, entstand dort zuerst eine Kapelle und 1606 erbaute Julius Echter schließlich die Wallfahrtskirche „Maria im Sand“, die noch heute Anziehungspunkt für viele Gläubige, aber auch Kunstinteressierte ist.

Doch auch die Innenstadt hat seinen Reiz. Das von 1484 bis 1512 erbaute, spätgotische Rathaus ist eine Augenweide für den Besucher. Die Pfarrkirche Augustinus besticht mit ihren ungleichen Türmen und drückt damit dem Stadtbild einen eigenen Stempel auf. Die Kirche steht auf den Grundmauern der ehemaligen Ritterburg der Ritter von Thetilabah, woraus sich wohl Dettelbach entwickelt hat.

Mildes Klima – guter Wein
Zur Stadt wurde Dettelbach 1484 vom Würzburger Fürstbischof Rudolf-von-Scherenberg erhoben.
Schon seit 1600 wurden Rebstöcke gepflanzt und Wein gewonnen. Da Dettelbach vom Klima begünstigt ist und zu den trockensten und wärmsten Gegenden von Deutschland zählt, wirkt sich das auch auf den Weinbau aus. Aktuell werden 250 ha in 4 Lagen bebaut. Schon Goethe schwärmte: „Sende mir noch einen Franken, denn kein anderer Wein will mir schmecken“ und ließ sich nach Weimar Dettelbacher Wein schicken, wie es alte Rechnungen im Goethe-Schiller-Archiv belegen.

Es lohnt sich also den Besuch in Dettelbach mit einem Aufenthalt in einer Heckenwirtschaft abzuschließen und dort einen guten Schoppen zu genießen, am besten zu einer Spezialität wie fränkische Bratwürste, „Blaue Zipfel” oder „Häckerbrotzeiten“.

 

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