Kolumne

Der Staffelberg – ein Stück Fränkische Alb

Von: Sebastian Herbst

foto-sebastian-22So gut wie niemand, der Oberfranken besucht, genauer gesagt den Landkreis Lichtenfels, wird umher kommen, den Staffelberg zu besichtigen. Das liegt wohl einerseits daran, dass sich jedem Autofahrer bereits vom Frankenschnellweg aus ein beeindruckender Blick auf den Zeugenberg der Fränkischen Alb bietet, natürlich aber auch, weil der 540 m hohe Berg ein beliebtes Ausflugsziel der Einwohner wie auch der Touristen ist.

Der Staffelberg ist ein beliebtes Ausflugsziel - Foto: Marketing Kur & Tourismus Service Bad Staffelstein

Der Staffelberg ist ein beliebtes Ausflugsziel – Foto: Marketing Kur & Tourismus Service Bad Staffelstein

Wie sollte es auch anders sein, denn das durch einen Wanderweg recht komfortabel erreichbare Hochplateau bietet einen wunderbaren Ausblick auf Staffelstein und Lichtenfels, und in der Ferne sieht man wunderbar bis hinüber zur Rhön, dem Thüringer Wald und dem Steigerwald. Unterhalb des Staffelberges, entlang des Maintals, verläuft schließlich noch der Gottesgarten, der seinen verheißungsvollen Namen wohl nicht zuletzt wegen der unübertrefflich schönen Natur erhalten hat.

Der Staffelberg ist aber nicht nur ein sehr schönes Ausflugsziel, sondern auch ein historischer Zeuge. So war er bereits seit mehreren tausend Jahren vor Christus immer wieder temporär besiedelt, bis das Hochplateau im Verlauf des 1. Jahrtausends v. Chr. dauerhaft von Kelten in Beschlag genommen wurde. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei der Stadt mitsamt ihren Befestigungsanlagen wohl um das historische Menosgada handelte, das in den Aufzeichnungen von Römern wie auch Griechen als die Hauptstadt am Obermain galt. Erst zur Jahrtausendwende war ihr Schicksal aufgrund der Volkswanderung der Germanen besiegelt.

Ganz schön viel Wissenswertes also, dass der Hobbyarchäologe dort oben vorfindet. Wer eher sein Steckenpferd bei den Sagen und Legenden lokalisiert hat, der ist jedoch auch bestens bedient. So soll sich im Staffelberg ein unterirdischer See als Überbleibsel aus den Zeiten des Jurameeres befinden, in dem ein riesiger prähistorischer Wal liegt. Da der Platz zu eng ist, muss er seit Jahrtausenden unentwegt seinen Schwanz im Maul festhalten. Verlässt ihn irgendwann einmal die Kraft und er lässt los, wird der Staffelberg bersten und das gesamte Gebiet am Obermain von den unterirdischen Wassermassen überflutet werden.

Eine andere Sage dreht sich um die Höhle auf dem Staffelberg, der Querkeleshöhle. Die Querkel, hilfsbereite und gutmütige Zwerge, bewohnten sie einst und wurden von den Menschen aufgrund ihrer guten Ratschläge und tatkräftigen Hilfe gerne zum Essen eingeladen. Sie waren gar so versessen auf die rohen Kartoffelklöße, eine oberfränkische Spezialität, dass sie sie den Bäuerinnen aus den Kochtöpfen stahlen. Während dies den Zwergen von allen gegönnt wurde, zählte eine Bäuerin die Klöße ab, die sie in den Kochtopf legte. Gekränkt durch diese Tat blieben die Querkel von nun an den Menschen fern, bis sie schließlich das Maintal über den Banzberg verließen.

Bei einem Besuch auf dem Staffelberg ist also sicherlich für jeden etwas dabei. Auch für den Genießer. Denn der kann es sich in der Gastwirtschaft auf dem Plateau bei einem verdienten Fläschchen Staffelberg-Bräu gutgehen lassen.

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