Kolumne

Der Regensburger Dom – das bedeutendste gotische Bauwerk Süddeutschlands

Von: Tanja Ranzinger

Der Bau des heutigen Domes begann gegen Ende des achten Jahrhunderts. Bischof Bonifatius wählte den Ort, der sich danach nie mehr geändert hat. In vielen Bau-Etappen und nachdem das Gotteshaus zweimal vollständig ausgebrannt war, fand der Dombau erst 1870/72 seine Vollendung. Das Gotteshaus ist 86 Meter lang, innen nahezu 35 Meter breit, die Höhe der Türme beträgt 105 Meter. Bekannt ist der Dom auch aufgrund seines weltberühmten Chores, der Regensburger Domspatzen. Dieser Knabenchor gilt als einer der besten Kinderchöre der Welt.

Geschichten um den Bau des Regensburger Doms

Der Dom, Wahrzeichen von Regensburg – Foto: S.Fischer

Wie um die meisten großen Bauwerke ranken sich auch um den Dom zu Regensburg viele Sagen und Geschichten. Eine davon ist die Geschichte von den glühenden Pfennigen.

Als der Dom erweitert wurde, bot er vielen Leuten Lohn und Brot. Die Arbeiter erhielten jeden Abend einen Goldpfennig, was für die damalige Zeit ein mehr als guter Lohn war. Doch bald zeigte sich, dass die Schale mit den Pfennigen leer war, noch ehe der letzte Arbeiter vorbei gegangen war. Dies sorgte für Unzufriedenheit und Murren, weshalb so mancher Arbeiter nicht mehr zu seinem Tagwerk erschienen ist. Nachdem das einige Male geschehen war, ging der Baumeister zu Kaiserin Kunigunde, die in Regensburg zu Gast war. Er trug sein Anliegen vor und bat die Hohe Dame um Rat. Sie gab ihm aus eigener Tasche so viele Pfennige, wie fehlten. Dennoch reichte der Lohn nicht für alle Arbeiter. Nachdem die Kaiserin, deren Herz so rein war wie das der heiligen Jungfrau, dies gehört hatte, beschloss sie zu handeln.

Das Innere des Doms – Foto: Aconcagua

Wieder war ein Tag vorüber und die Arbeiter gingen, um am Portal ihren Lohn aus der Schale zu nehmen. Sie waren sehr erstaunt, die Kaiserin selbst dort stehen zu sehen, die die Schale hielt. Alle beugten demütig das Knie vor der gütigen Herrscherin und gingen, nachdem sie ihren Pfennig genommen hatten. Einer nun, tat besonders unterwürfig. Er küsste Hände und Füße der Fürstin, warf sich vor ihr zu Boden, ehe er seinen Lohn nahm. Im nächsten Moment schleuderte er seine Hand schreiend von sich, als hätte er etwas sehr Heißes angefasst. In der Abendsonne leuchteten drei Goldpfennige am Boden. In den Händen des Diebes waren die Male eingebrannt. Die Heilige Kunigunde sagte zu dem Dieb: „Geh und komme nie wieder! Den Lohn für Deine Taten hast Du empfangen!

Regensburger Dom – anschauliche Entwicklung der Baukunst

Aufgrund seiner sehr langen Bauzeit finden sich im Dom zu Regensburg Beispiele aller Baustile der Epochen. So ist der Eselsturm ein romanisches Überbleibsel aus dem Beginn der Bauzeit, der Westteil wurde 1273 im hochgotischen Stil erbaut. Im frühen 17. Jahrhundert wurde der Dom umgestaltet in den nun modernen Barockstil, um von König Ludwig dem Ersten schließlich wieder in den ursprünglichen gotischen Stil zurück gestaltet zu werden.

Nicht nur der kunstvolle Bau des Domes, sondern auch das einmalige Geläut des Regensburger Doms, der eigentlich St. Peter heißt, verdient Beachtung. Die Glocken gelten als die mit dem tiefsten Klang in Deutschland, vor allem die „Große Fürstin“. Das seltene Vollgeläut des Domes bietet ein überwältigendes Klangerlebnis.

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