Kolumne

Der Radi als echt bayerisches Schmankerl

Von: Karola Schmitt

Die in München gepflegte Biergartenkultur sieht zur Weißwurst mit süßem Senf und der Brezn auch noch den Radi vor. Natürlich gehört dazu für gewöhnlich noch „oa Mass“. In Bayern gehen die Uhren ja bekanntlich anders und so zählt dort das Bier zu den Lebensmitteln und nicht zu den Genussmitteln.

Radi als Brotzeit

So schmeckt der Radi in Bayern am besten – Foto: Xocolatl

Der Rettich oder Radi, wie er in Oberbayern genannt wird, gehört auch auf der Wiesn zur klassischen schnellen Brotzeit. Traditionell wird er aufgeschnitten und roh genossen. Mit einem Rettichschneider erhält das Gemüse die dekorative Spiralform, bei der die einzelnen Scheiben in der Mitte noch zusammenhängen. Ansonsten wird der Radi zunächst von der einen und dann von der anderen Seite zu ¾ schräg mit einem scharfen Messer eingeschnitten, so dass letztendlich miteinander verbundene Lamellen übrigbleiben, die üblicherweise gesalzen werden. Das Salz entzieht dem Rettich Wasser und macht ihn dadurch weicher und milder im Geschmack. Der Rettich muss also unbedingt „woanne“ (weinen), damit er gut schmeckt. Nach kurzem Einwirken des Salzes lässt sich der Radi zudem wie eine Girlande auseinanderziehen.

Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt

Und so sieht der Radi auf dem Feld aus – Foto: Eckard Wolff-Postler

Rettich wirkt überaus verdauungsfördernd, begünstigt den Gallenfluss und unterstützt eine gesunde Bakterienflora. Zudem kann er mit seinem hohen Gehalt an Vitamin C den Tagesbedarf einer erwachsenen Person abdecken. Darüber hinaus verfügt er über die Vitamine A, B1 und B2 sowie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Als gesundheitlich wertvolles Gemüse trägt der Rettich somit zu einer ausgewogenen Ernährung bei.

Die Pflanzengattung Rettiche

Zur Familie der Kreuzblütergewächse zählend, wächst der Rettich als ein- oder zweijähriges Wurzelgemüse heran. Für ein optimales Aroma spielt die korrekte Erntezeit eine wichtige Rolle, denn bleibt der Rettich zu lange auf dem Beet stehen, werden die Knollen holzig und verlieren erheblich an Geschmack. Ursprünglich stammt der Rettich aus den Gegenden rund um das Mittelmeer. Mittlerweile findet sein Anbau auf allen Erdteilen statt. Aus den Biergärten in und um München ist er nicht mehr wegzudenken.

3 Kommentare zu Der Radi als echt bayerisches Schmankerl

  1. servus aus zwiesel.

    der radi heisst nicht nur in oberbayern radi sondern auch im weit im osten befindlichen, dunklen ostbayern. auch gehört der radi nicht nur zur klassischen wiesnbrotzeit. der radi wird auch bei uns gerne als brotzeit genossen.

    vui griass aus zwiesl

    http://www.weisswurstbayern.wordpress.com

  2. Holger Schossig // 30. März 2012 um 14:57 //

    Selbst ich in Mittelfranken ess den sehr gerne 🙂

  3. Karola Schmitt // 30. März 2012 um 15:20 //

    Hallo Rosl und Berti,
    indem ich “auch auf der Wiesn” schrieb, wollte ich andere örtliche Möglichkeiten der Radi-Brotzeit nicht ausschließen.
    Ich wohne in Unterfranken und kenne den Radi tatsächlich nur aufgrund meiner Besuche bei einer lieben Freundin in München. Vielleicht sollte ich zwischendruch auch mal nach Zwiesel fahren ?!

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