Kolumne

Der Eisbach im Englischen Garten zu München

Von: Karola Schmitt

Was die Temperatur des Wassers betrifft, macht der Eisbach in München seinem Namen alle Ehre, denn er führt ganzjährig äußerst frisches Nass mit sich. Er gehört dem Bachsystem an, das den Englischen Garten durchzieht. Der Ableger der Isar folgt seinem Weg durch die Münchener Altstadt zumeist unterirdisch, tritt im Süden des Englischen Gartens  an die Oberfläche, um nach nach der Durchquerung der Anlage wieder in den grünen Fluss zurückzukehren.

Der Eisbach als Wasserader im Englischen Garten

Der Eisbach zieht Surfer wie Schaulustige gleichermaßen an – Foto: Karola Schmitt

Der Eisbach schenkt zusammen mit dem Schwabacher Bach und dem Oberstjägermeisterbach dem 3,75 km² großen Areal des Englischen Gartens das erquickende Element Wasser. Die Plätze entlang der Bachläufe sind zum Sonnen und Picknicken besonders beliebt. Wegen der starken Strömung in den Bächen, ist das Baden nicht erlaubt. Aber gerade bei großer Hitze halten sich nicht alle Besucher des Englischen Gartens an das Verbot. Der Eisbach wird über lange Stecken von stattlichen Bäumen und Büschen gesäumt. In diesen schattigen und eher feuchten Zonen gedeiht der Bärlauch überaus gut. Der Knoblauch ähnelnde Geruch des Krautes macht auf die großen Bärlauchbestände schon von Weitem aufmerksam.

Die City-Surfer des Eisbaches

Mut gehört schon dazu, sich mit einem Surfbrett auf die bis zu einem Meter hohe, stehende Welle des Eisbachs zu begeben. Das Wasser, das unterhalb einer Brücke nah am Haus der Kunst kraftvoll zutage tritt und gleich auf eine Betonrampe prallt, kann mit einer Welle im Meer konkurrieren. Das sich auftürmende Wasser lockt Surfer aus nah und fern an. Dazu gesellen sich noch die Zuschauer, die sich rechts und links des Bachs und auf der Brücke versammeln, um dem Aufsehen erregenden Schauspiel der Wellenreiter zuzusehen. Es handelt sich dabei nicht nur um Touristen, auch die Bewohner Münchens finden sich immer wieder gerne an diesem spektakulären Ort ein. Riskant ist das Surfen durchaus, denn die Wassertiefe ist hier nur gering und das Aufschlagen auf den harten Beton durchaus möglich. Lange Zeit war deshalb das Surfen hier verboten, doch die waghalsigen Sportler hielten sich nicht an die aufgestellte Regel und kamen trotzdem.

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