Kolumne

Der Christstollen und seine Geschichte

Von: Tanja Ranzinger

Essen Sie auch so gerne Christstollen wie ich? Für mich gehört er einfach zu Weihnachten dazu, genauso wie der Tannenbaum und der Schnee. Doch haben Sie sich eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum der Christstollen Christstollen heisst? Ich bisher auch nicht, aber interessieren tut es mich schon. Sie auch?

Der Ursprung

Lecker: der Christstollen – Foto: knusperj

Dieser liegt im 14. Jahrhundert. Damals, wurde das Fastengebäck, was es ursprünglich einmal war, als „Christbrot“ bezeichnet. In den Klöstern wurde es in der Vorweihnachtszeit nur aus Mehl, Hefe und Wasser gemacht. Zucker war zur damaligen Zeit viel zu teuer, um ihn wie heute, dick darüberzustreuen. Die Form des Christbrotes war dem gewickelten Christkind nachempfunden, das ist aber auch schon das Einzige, was bis heute so geblieben ist.

Wo kommt er denn nun her der Christstollen und wer hat ihn erfunden?

Besonders lecker ist der Stollen, wenn er saftig ist – Foto: Rene Schwietzke

Haha, die Schweizer waren es nicht, soviel kann ich Ihnen schon verraten – und die Bayern dieses Mal auch nicht. Das Weihnachtsgebäck mit der längsten Tradition wurde zum ersten Mal im Jahr 1329 urkundlich erwähnt. In Naumburg (Saale) war es eine Weihnachtsgabe an den Bischof Heinrich, steht in dieser geschrieben. Sicherlich denken Sie nun und was ist nun mit dem „Dresdner Stollen“? Tja, er wurde erst 150 Jahre später urkundlich erwähnt. Sorry Dresden, auch wenn er heute der berühmteste Christstollen ist, war er nicht der Erste.

Bis heute, hat sich das Rezept zum positiven verändert, denn ich glaube, würde er immer noch nur aus Wasser, Mehl und Hefe bestehen, wär er sicherlich nicht so beliebt. Mit dem Wohlstand, kamen dann auch die gute Butter, der Zucker, Rosinen, Rum und viele weitere Zutaten hinzu, sodass er heute sehr gehaltvoll ist zum Leidwesen der Figur. Vielleicht fragen Sie sich aber auch, was nun der Christstollen mit Bayern zu tun hat? So gesehen nichts, aber: Es gibt ein leckeres bayerisches Rezept, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Hier mein Rezept für einen bayerischen Christstollen

1500 g Mehl

240 g Zucker

420 g Butter

210 g Mandeln

200 g Zitronat

100 g Orangeat

350 g Sultaninen

2 ganze Eier (von glücklichen, freilaufenden Hühnern )

3 Eidotter

Etwas Muskatblüte

Arrak

Milch

4-5 Würfel Hefe à 42 g

Zubereitung:

Schleckmäuler bestreichen den Stollen mit Butter oder Marmelade – Foto: © Claudia Hautumm / PIXELIO

Beachten Sie, der Christstollen sollte mindestens drei Wochen vor Weihnachten gebacken und dann kühl gelagert werden, damit er den feuchten festen Zustand bekommt, welcher ein Stollen haben muss.

Am Abend zuvor geben Sie das Mehl in eine Schüssel. In eine andere Schüssel kommen die abgezogenen und gestiftelten Mandeln (kann man auch schon so kaufen). Dazu geben Sie das klein gehackte Zitronat und Orangeat, Sultaninen und die Muskatblüte. Das alles vermischen Sie kurz und feuchten es mit Arrak etwas an. Beide Schüsseln zudecken und über Nacht in der warmen Küche stehen lassen.

Am nächsten Tag rühren Sie die Hefe mit etwas Zucker und lauwarmen Wasser in der Mitte des Mehles an. Ich löse die Hefe immer erst im warmen Wasser auf und gebe es dann zum Mehl, um so einen Vorteig, das „Teigerl“ zu rühren. Dieses Teigerl muss dann etwas gehen. Danach gibt man die in Stücke geschnitte weiche Butter, den restlichen Zucker, die Eier und bei Bedarf etwas Milch dazu und berarbeitet das Ganze zu einem Hefeteig. Wichtig er muss sich gut von der Schüssel lösen.

Nun können Sie den Hefeteig aus der Schüssel nehmen und diesen auf dem Nudelbrett (das ist ein großes Holzbrett, welches in Bayern zum Backen verwendet wird) solange bearbeiten, bis er glänzt. Erst dann werden die Zutaten aus der zweiten Schüssel untergearbeitet. Formen Sie einen länglichen Laib. Nun muss er mindestens eine Stunde gehen, dafür deckt man ihn mit einem Küchentuch ab. Nach dieser Ruhezeit können Sie mit einem Nudelholz in der Mitte der Länge nach eine Vertiefung drücken. Die zusammenhängenden Hälften werden anschließend aufeinandergelegt. So entsteht die typische Stollenform.

Mit flüssigem Schmalz bestreichen und für etwa 1 ½ Stunden bei 200 Grad in den vorgeheizten Backofen schieben. Zwischendurch immer wieder mit Schmalz bestreichen. Nachdem er abgekühlt ist, wird er dick mit Puderzucker bestäubt und in Folie gewickelt. Nun lassen Sie ihn mindestens drei Wochen an einem kühlen Ort liegen, bevor Sie ihn anschneiden.

Gutes Gelingen wünschen die Bayern Blogger 🙂

Kommentar hinterlassen