Kolumne

Der Bocklradweg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab

Von: Anja Bergler

Touren mit dem Fahrrad sind besonders im Frühjahr und Sommer eine sinnvolle Alternative und eine gesunde sportliche Betätigung. Denkt man an die Oberpfalz, hat man doch mit den ein oder anderen Steigungen und kleinen Hügeln zu kämpfen, da die Region, mit einigen Ausnahmen, für ungeübte Radfahrer doch recht anspruchsvoll ist.

Auf den Spuren der Eisenbahn

In Neustadt an der Waldnaab geht´s los – Foto: btr

Beim Bocklradweg ist das allerdings anders. Hierbei handelt es sich um eine der schönsten, stillgelegten Bahntrassenstrecken Deutschlands. Dieser Bahntrassenradweg führt durch den nördlichen Teil des Landkreis Neustadt an der Waldnaab und ist rund 52 Kilometer lang. Da die Steigungen nur maximal 1,5% betragen, sind die Teilstrecken auch sehr gut für Familien mit Kindern, oder auch für ungeübte Radler geeignet. Der Untergrund ist teilweise asphaltiert oder planiert.

Ein Teil des Paneuropa Radweges

Vohenstrauß ist ebenso eine Station auf dem Bocklradweg… – Foto: btr

Wer von außerhalb kommt, kann auch direkt mit dem Zug bis zum Bahnhof Neustadt fahren und dann hier mit dem Fahrrad die Tour beginnen. Entweder auf seinem eigenen Bike oder aber man nutzt die zahlreichen Fahrradverleihmöglichkeiten. Der Bocklradweg ist im Übrigen ein Teil des Paneuropa Radweges, der in Paris beginnt und über Straßburg, Heidelberg sowie Nürnberg führt und mit dem Teilabschnitt, der hier beschrieben wird, schließlich in Prag endet.

Kleine Etappen, die viel zu bieten haben

Die Bocklradweg-Strecke beginnt allerdings in Neustadt an der Waldnaab und führt nach Eslarn. Jeder Teilabschnitt ermöglicht jederzeit eine Rast bzw. eine Pause oder aber die Möglichkeit, kleinere Touren zu fahren. Der Streckenabschnitt führt von Neustadt in den knapp neun Kilometer entfernten Markt Floß. Hier befindet sich eine erste Radler-Rast-Station.

Von hier aus geht es weiter in das 16 km entfernte Städtchen Vohenstrauß, das bei etwas Zeit durchaus viel zu bieten hat. Zu erwähnen wäre hier das Schloss Friedrichsburg oder aber das am Stadtplatz gelegene Rathaus aus der Renaissance-Zeit.

Im weiteren Verlauf führt der Bocklradweg nach weiteren sieben Kilometern Strecke in die Ortschaft Pleystein, die hier in der Region durch seine Klosterkirche, die sich auf einem über 30 Meter hohen Rosenquarzfelsen befindet, bekannt geworden ist. Dieser wird auch als Kreuzberg bezeichnet.

…wie der ehemalige Bahnhof von Waidhaus – Foto: Konrad Lackerbeck

Doch weiter geht es elf Kilometer weiter nach Waidhaus, das sich direkt an der tschechischen Grenze befindet. Von hier aus schlägt man die letzte Etappe an. Dort radelt man am renaturierten Pfrentschweiher entlang, der im Mittelalter zu den größten Stauseen Deutschlands zählte.

Nach acht Kilometern in Eslarn angekommen, ist hier erstmal der Bocklradweg bzw. auch die Bahntrasse zu Ende. Nun kann man in zahlreichen Unterkünften übernachten oder aber die Strecke auch wieder zurückradeln. Während der Sommermonate steht jedem Radler allerdings auch ein Shuttle-Service zur Verfügung, der einen auf Wunsch mit seinem Fahrrad wieder zum Ausgangspunkt zurückbringt.

Der Bocklradweg ist eine Empfehlung für alle, die neben dem Radfahren auch noch ein wenig Interesse an der Kultur, Geschichte und an der Landschaft haben sowie eine schöne erholsame Zeit im Oberpfälzer Wald verbringen möchten.

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