Kolumne

Der bayerische Grand Canyon – der Weltenburger Donaudurchbruch

Von: Jan Sievert

Einige von Ihnen werden ja bestimmt schon einmal das Weltenburger Kloster unweit des niederbayerischen Kehlheim besichtigt haben. Bekannt ist es ja für seine wunderschöne Klosterkirche und die Brauerei, die sich zwar nicht mehr innerhalb der Klostermauern befindet, aber als die älteste der Welt gilt! Vermutlich sind Sie bei Ihrer Besichtigung des Klosters mit dem Schiff von Kehlheim aus gefahren. Aber haben sie auf dem Weg dorthin einmal auf den Verlauf der Donau geachtet? Nur wenige hundert Meter vor der Abtei ist der Fluss von mächtigen, weißen, bis zu 80 Meter hohen Kalksteinfelsen gesäumt – dem Weltenburger Donaudurchbruch.

Der Donaudurchbruch vom Kloster Weltenburg aus gesehen – Foto: Martin Meyerspeer

Wissenschaftlich ist der Name Donaudurchbruch zwar nicht ganz korrekt, da bereits eiszeitliche Nebenflüsse der Donau das Kalkgestein durchbrochen haben, aber das soll uns nicht weiter stören. Bereits König Ludwig I. erkannte die außerordentliche Schönheit dieser Geoformation und ernannte den Durchbruch zum Naturdenkmal. 1938 wurde es dann zum Naturschutzgebiet „Weltenburger Enge“, welches 1978 mit dem Europadiplom ausgezeichnet wurde.
Am eindrucksvollsten wirkt die Felsformation natürlich, wenn man mit dem Schiff hindurch fährt, aber auch aus anderen Blickwinkeln, wie dem „Klosterstrand“ oder auf den Felsen selbst kann man erahnen, welche Kräfte vor Jahrtausenden das Gestein ausgewaschen und durchbrochen hat.

Sofern Sie nun planen, den Donaudurchbruch und das Weltenburger Kloster einmal zu besichtigen, dann planen Sie am besten noch etwas mehr Zeit ein. In der näheren Umgebung finden Sie die Reste des Römerkastells Abusina in Eining und die bekannte Befreiungshalle auf dem Michelsberg bei Kehlheim. Beide Bauwerke sind einen Besuch absolut wert, so dass Sie sich diese nicht entgehen lassen sollten.

1 Kommentar zu Der bayerische Grand Canyon – der Weltenburger Donaudurchbruch

  1. Thorsten Stiefel // 3. Februar 2011 um 16:13 //

    Dies ist auch einer meiner Lieblingsplätze in Bayern. Besonders schön finde ich den Wanderweg, der von Kelheim auf durch den Wald bis auf die gegenüberliegende Seite von Kloster Weltenburg führt. Von dort kann man mit dem Schiff zum Kloster fahren und sich dort ein leckeres Bier genehmigen, oder auch zwei 😉 Der Wanderweg hat es allerdings in sich, da sollte man etwas Kondition mitbringen.

    LG Thorsten

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