Kolumne

Das Wappen von Oberfranken

Von: Sebastian Herbst

Die fränkische Flagge, also der stilisierte „fränkische Rechen“ mit seinen gegen den roten Hintergrund aufsteigenden, silbernen Zinken kennt wohl ein jeder. Schon anders sieht die Sache beim Wappen Oberfrankens aus, bei dem dann die ersten ins Wanken gekommen. Da herrscht entweder langes Schweigen oder es wird umständlich etwas beschrieben, was sich dann letzten Endes doch einfach nur als die Flagge herausstellt – eventuell ergänzt durch den ein oder anderen Löwen, weil mit diesem Tier liegt man ja bei Wappen meist richtig. Tatsächlich ist man damit schon nahe dran, die offizielle Wappenbeschreibung lautet nämlich:

“Über rotem Schildfuß, darin drei silberne Spitzen, zweimal gespalten: vorne in Gold ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, linksgewendeter, rotbewehrter schwarzer Löwe; Mitte geviert von Silber und Schwarz; hinten fünfmal geteilt von Schwarz und Gold, belegt mit einem schräggestellten und geschwungenen grünen Rautenkranz.”

Das Wappen von Oberfranken

So trocken ein wenig schwer vorstellbar, aber das ist nun einmal die deutsche Mentalität: Alles was nur geht in Worte und Regeln fassen. Doch immerhin gibt es ja noch Bilder, mit denen man sich das Ganze dann anschaulich machen kann. Aber was bedeuten eigentlich diese ganzen Symbole?

Der fränkische Rechen, ursprünglich Wappen des Domkapitels Würzburg, ist als Wahrzeichen Frankens auf den Wappen aller drei fränkischer Regierungsbezirke zu sehen und drückt damit einfach die Verbindung aus, die seit jeher zwischen ihnen besteht. Der sich auf weißen Grund befindliche und von einer silbernen Schrägleiste durchzogene, schwarze Löwe steht für das ehemaligen Hochstift Bamberg, die von den Nürnberger Burggrafen bekannte Vierung von Silber und Schwarz soll das Markgrafentum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth repräsentieren. Zu guter Letzt finden wir noch einen von rechts unten nach links oben verlaufenden, grünen Rautenkranz auf einem quergestreiften, gold-schwarzen Hintergrund, der auf das Wappen der Weltiner zurückgeht, die bis 1918 das Königreich Sachsen-Coburg regierten. So findet man dieses Muster auch im Wappen Sachsens wieder.

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